Gemeinschaftspraxis
Hals-Nasen-Ohren-Ärzte Bayreuth

Dr. med. Bernward Wünsche
Stimm- und Sprachstörungen • Audiologie/Neurootologie (BV HNO)

Dr. med. Jutta Roede
Allergologie • Stimm- und Sprachstörungen
Audiologie/Neurootologie (BV HNO)

Medizinisches Lexikon

A

AB0-Erythroblastose
Die AB0-Erythroblastose ist wie die Rhesusunverträglichkeit eine Unverträglichkeit zwischen mütterlichem und kindlichem Blut. Sie tritt während oder kurz nach der Geburt auf und hat meist einen milderen Verlauf als die Rhesusunverträglichkeit. Es kommt zu einem Anstieg von Bilirubin, was sich in einer Gelbfärbung der Haut und Schleimhäute äußern kann, sowie manchmal zu einer Trinkschwäche. Eine Phototherapie bewirkt in den meisten Fällen jedoch ein rasches Abklingen der Symptome.

Abführmittel
Abführmittel oder Laxanzien sind Medikamente, welche die Darmentleerung beschleunigen. Sie werden bei Verstopfung eingesetzt, wenn andere Maßnahmen (Apfelsaft trinken, Sport, ballaststoffreiche Ernährung etc.) nicht mehr wirken. Laxanzien haben viele unterschiedliche Wirkmechanismen, durch die sie die Darmentleerung beschleunigen. Besonders häufig werden sie bei Verstopfung, Darmlähmung (z.B. durch Querschnittlähmung oder Schlaganfall), Hämorrhoiden oder schwangerschaftsbedingter Darmträgheit eingesetzt. Auch vor bestimmten Untersuchungen wie z.B. einer Koloskopie, welche einen leeren Darm benötigen, werden Laxanzien verabreicht.
Abführmittel sind als Maßnahme zum Gewichtsverlust sehr beliebt, wegen ihrer relativ zahlreichen Nebenwirkungen sollten sie jedoch hierfür keinesfalls eingesetzt werden. Im allgemeinen gilt, dass echte Abführmittel nur auf Anraten eines Arztes hin angewandt werden sollten.

Ablederung
Eine Ablederung oder Avulsion bezeichnet das komplette Durchtrennen und Abziehen der Weichteile sowie Nerven und Gefäße, z.B. an Fingern, Händen, Füßen etc. Das Besondere hierbei ist, dass die knöchernen Anteile in der Regel unverletzt stehen bleiben. Ablederungen können z.B. bei Unfällen mit Maschinen entstehen, wie sie in Fabriken verwendet werden. Häufig ist die Avulsionsverletzung auch bei Frauen, die mit ihrem Ring hängen bleiben (z.B. an Zäunen o.ä.). Wegen der ausgefransten Wundränder und des starken Weichteiltraumas haben Avulsionsverletzungen i.d.R. eine deutlich schlechtere Prognose als z.B. saubere, glatte Kreissägenverletzungen. Eine Ablederung sollte schnellstmöglich in einer handchirurgischen/plastisch-chirurgischen Klinik oder Abteilung versorgt werden.

Abstrich
Als Abstrich bezeichnet man in der Medizin die Entnahme von Zellen mittels Tupfer oder Spatel zur näheren Untersuchung. Da die zu untersuchenden Zellen nur von der Oberfläche entnommen werden (daher der Begriff "Abstrich"), ist dieses Verfahren im Allgemeinen schmerzlos. Die entnommene Probe wird anschließend meistens eingefärbt und dann unter dem Mikroskop untersucht.
Abstriche werden besonders häufig in der Frauenheilkunde zur Vorbeugung gegen Gebärmutterhalskrebs, in der Lungenheilkunde bei Verdacht auf Lungenkrebs sowie bei Haut- oder Schleimhautentzündungen und offenen Wunden zur Bestimmung der Bakterien durchgeführt.

Abszess
Eine Eiteransammlung in einer neu entstandenen, entzündlich veränderten Körperhöhle bezeichnet man als Abszess. In der Regel wird er durch Bakterien verursacht, aber auch das Einbringen von fremdem Material kann einen Abszess hervorrufen. Ohne Therapie kann ein Abszess zu schweren Komplikationen wie Organversagen oder Sepsis (siehe „Sepsis“) führen. Erste Symptome eines Abszesses sind meistens Schmerzen, Schwellung und Fieber.
Ein größerer Abszess muss häufig eröffnet werden, um den Eiter abfließen zu lassen, was jedoch immer unter sterilen Bedingungen und von Fachpersonal durchgeführt werden sollte. Auch Antibiotika können in manchen Fällen helfen.

ACE-Hammer
Eine Eiteransammlung in einer neu entstandenen, entzündlich veränderten Körperhöhle bezeichnet man als Abszess. In der Regel wird er durch Bakterien verursacht, aber auch das Einbringen von fremdem Material kann einen Abszess hervorrufen. Ohne Therapie kann ein Abszess zu schweren Komplikationen wie Organversagen oder Sepsis (siehe „Sepsis“) führen. Erste Symptome eines Abszesses sind meistens Schmerzen, Schwellung und Fieber.
Ein größerer Abszess muss häufig eröffnet werden, um den Eiter abfließen zu lassen, was jedoch immer unter sterilen Bedingungen und von Fachpersonal durchgeführt werden sollte. Auch Antibiotika können in manchen Fällen helfen.

Acetylcholin
Acetylcholin ist ein wichtiger Neurotransmitter, welcher die Erregungsweiterleitung zwischen zwei Nervenzellen sowie zwischen Nerven- und Muskelzellen bewirkt. Es wird von einer Zelle freigesetzt und von der nächsten über Rezeptoren aufgenommen, was eine Erregung dieser Zelle bewirkt. Danach wird es durch das Enzym Acetylcholinesterase gespalten und sozusagen "recycled". Bei Acetylcholinmangel kann es zu starken muskulären Ermüdungserscheinungen und charakteristischen Erkrankungen kommen.

Acetylcholinesterase
Acetylcholinesterase ist ein Enzym, welches den Neurotransmitter Acetylcholin spaltet. Sie kann durch verschiedene Gifte oder Medikamente gehemmt werden, was eine höhere Aktivität des Acetylcholins bewirkt. Bei gesunden Menschen kann dies zu Muskelkrämpfen und schweren Magen-Darm-Beschwerden führen. Acetylcholinesterasehemmer sind jedoch therapeutisch wirksam, wenn ein Acetylcholinmangel besteht.

B

Bach-Blütentherapie
Die Bach-Blütentherapie ist ein alternatives Heilverfahren, welches den negativen Seelenzustand, der nach Dr. Edward Bach jeder Krankheit vorausgeht, mittels spezieller Pflanzenauszüge verringern und so die Erkrankung vermeiden will. Zugrunde liegen 38 verschiedene Pflanzenkonzentrate, die den von Bach ermittelten 38 Grundmustern des menschlichen Seelenzustandes entsprechen. Die Auswahl der Blütenessenz orientiert sich meist an den auffälligen Verhaltensmustern des Patienten, was sehr viel Einfühlungsvermögen seitens des behandelnden Arztes oder Heilpraktikers voraussetzt. Die ermittelten Essenzen werden vom Patienten mit Wasser über den Tag verteilt eingenommen. Auch äußere Anwendung (als Salbe, Wickel etc.) ist möglich.

Baker-Zyst
Bei der Baker-Zyste handelt es sich um eine flüssigkeitsgefüllte Blase, welche durch eine Ausstülpung der Gelenkskapsel des Kniegelenks entsteht. Meist steht sie in Zusammenhang mit einer Schädigung, z.B. einem Meniskusschaden, oder einer chronischen Entzündung des Kniegelenks. Symptome sind eine schmerzhafte Schwellung und Flüssigkeitsansammlung im Kniegelenk. Häufig bildet sich die Baker-Zyste zurück, wenn die Ursache behandelt wird. In seltenen Fällen kann auch eine Operation nötig sein.

Balanitis
Als Balanitis bezeichnet man die Entzündung der Eichel am Penis. Sie ist oft die Folge einer unzureichenden Genitalhygiene, zu häufiges Waschen kann jedoch den Säureschutzmantel der Haut zerstören und ebenfalls eine Balanitis hervorrufen. Viele Patienten haben eine vorbestehende Vorhautverengung, die das Auftreten der Infektion noch begünstigt. Umgekehrt kann sich im schlimmsten Fall als Folge dieser Entzündung die Vorhaut verengen und verhärten. Wenn die Vorhaut von vornherein mitbetroffen ist, spricht man auch von Balanoposthitis (siehe "Balanoposthitis").

Balanoposthitis
Als Balanoposthitis bezeichnet man die Entzündung der Eichel und der Vorhaut am Penis. Unter der Vorhaut sammelt sich oft das Wundsekret an und es enleert sich Eiter. Diese Infektion ist oft die Folge einer unzureichenden Genitalhygiene, zu häufiges Waschen kann jedoch den Säureschutzmantel der Haut zerstören und ebenfalls eine Balanoposthitis hervorrufen. Viele Patienten haben eine vorbestehende Vorhautverengung, die das Auftreten der Infektion noch begünstigt. Umgekehrt kann sich im schlimmsten Fall als Folge dieser Entzündung die Vorhaut verengen und verhärten. Bei wiederholter Balanoposthitis ist daher die Beschneidung das mittel der Wahl, um weiteren Infektionen vorzubeugen.

Balkenagenesie
Die Balkenagenesie ist eine angeborene Fehlbildung des Gehirns, bei der der die beiden Großhirnhälften verbindende Balken nicht oder nicht ausreichend angelegt ist. Die Auswirkung dieser Fehlbildung kann sehr unterschiedlich sein. Manche betroffenen Patienten sind schwer behindert und entwicklungsverzögert, während bei anderen die Balkenagenesie eine völlige Zufallsdiagnose ist, die sich nie bemerkbar macht. Häufig kommt die Balkenagenesie in Kombination mit anderen Fehlbildungen vor.

Ballondilatation
Die Ballondilatation gehört zu den minimal-invasiven Techniken der Medizin und wird dazu verwendet, Engstellen vor allem des Blutgefäßsystems wieder aufzudehnen, um die hiermit verbundenen Symptome zu beseitigen. Hierbei wird über einen Führungsdraht, z.B. im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung, ein Ballon bis zur verengten Stelle vorgeschoben und über einen sehr schmalen Schlauch mit Wasser vollgepumpt. Der Ballon bläht sich auf und erweitert so die Engstelle, so dass das Blut wieder ungehindert fließen kann und die Symptome der Minderdurchblutung beseitigt sind. Häufig kann eine Ballondilatation bewirken, dass eine größere Gefäßoperation vermieden werden kann.

Ballonsonde
Unter einer Ballonsonde versteht man ein medizinisches Instrument, das in den Grundelementen aus einem Schlauch und einem Ballonsegment besteht. Sonden mit zwei Ballonelementen werden Doppelballonsonden genannt. Diese Art Sonden wird bei der Behandlung von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes angewendet. Durch den Ballon lassen sich z.B. Darmabschnitte blockieren, es lassen sich Darminhalte gewinnen oder – im Fall der Sengstaken-Sonde – blutende Varizen der Speiseröhre behandeln. Über Ballonsonden können zudem Medikamente und Nahrung zugeführt werden.

Balneotherapie
Die Balneotherapie ist eine Therapieform, bei der mit Wasser aus bestimmten Heilquellen gearbeitet wird. Dieses Wasser zeichnet sich aus durch einen hohen Anteil an gelösten Stoffen wie Mineralien, Kohlensäure und manchmal auch radioaktiven Stoffen. Meist wird das Wasser für Bäder genutzt, gelegentlich findet es auch in Trinkkuren und zum Inhalieren Verwendung. Die Balneotherapie hat zum Ziel, mit Hilfe des heißen, mineralstoffreichen Wassers Muskeln zu entspannen, Schmerzen zu lindern und das Immunsystem anzuregen.

 

C

Calcitonin
Calcitonin ist ein Peptidhormon, dass bei Menschen in den C-Zellen der Schilddrüse gebildet wird. Es ist der Gegenspieler zum Parathormon und senkt den Calciumspiegel im Blut. Nach einer Schilddrüsenentfernung muss der Mangel an Calcitonin unter Umständen durch eine orale Gabe von Calcium ausgeglichen werden.

Candidose
Als Candidose bezeichnet man jede Infektion der Haut, Schleimhaut oder der Nägel, die durch Hefepilze hervorgerufen wird. Hierbei ist der häufigste Erreger Candida albicans. Viele Candidosen werden auch als Soor bezeichnet. Candidosen treten gehäuft bei immunschwachen Patienten auf. Sie lassen sich in der Regel gut mit Antimykotika behandeln.

Cannabis
Cannabis, eine Form der Hanfpflanze, wird häufig zur Gewinnung von berauschenden Substanzen verwendet. Zu den aus Cannabis gewonnenen Rauschmitteln zählt das Haschich und das Marihuana. Der Wirkstoff ist jeweils das THC. Unter der Wirkung dieser Drogen kommt es häufig zu Beruhigung, Entspannung, einer intensivierten Wahrnehmung und Schmerzlinderung. Auch Halluzinationen können auftreten. Cannabis steht im Verdacht, bei häufigem Konsum eine Psychose oder Schizophrenie (siehe "Schizophrenie") auslösen zu können. Es macht keine körperlichen Entzugssyndrome, führt jedoch zu psychischer Abhängigkeit. Abbauprodukte von Haschisch oder Marihuana lassen sich noch Monate nach dem Konsum im Urin nachweisen.

Caput medusae
Als Caput medusae oder Kopf der Medusa bezeichnet man in der Medizin ein Phänomen, welches bei Blutstauung vor und in der Leber auftritt. Hierbei staut sich das Blut zurück in die Venen im Unterbauch, es werden dicke, deutlich geschlängelte Venen unter der Haut rund um den Bauchnabel sichtbar. Diese erinnern an die Schlangen, welche die Medusa in der griechischen Mythologie auf dem Kopf trug. Ein Caput medusae ist immer ein Hinweis auf eine schwerwiegende Erkrankung oder Leberfunktionsstörung, es sollte daher unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Carbamazepin
Carbamazepin ist ein Antiepileptikum. Es wird vorwiegend zur Behandlung fokaler Krampfanfälle und z.T. bei einigen psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt. Außerdem ist Carbamazepin sehr wirksam in der ersten Phase eines Benzodiazepin- oder Alkoholentzugs, um entzugsbedingte Krampfanfälle zu verhindern.

Cephalosporin
Cephalosporine sind Breitbandantibiotika, welche für viele Bakterien eine gute Wirksamkeit besitzen. Wie auch Penicillin werden sie von einem Pilz produziert. Ein Nachteil vieler Cephalosporine ist es, dass sie im Magen deaktiviert werden und daher nur intravenös gegeben werden können. Allerdings gibt es inzwischen auch einige Präparate, welche in Tablettenform verabreicht werden können.

Charcot-Fuß
Der Charcot-Fuß tritt in der Regel als Komplikation bei Diabetes mellitus auf. Patienten, die bereits länger an Diabetes leiden, verlieren durch die begleitende Polyneuropathie die Sensibilität in den Füßen. Hinzu kommt eine vermehrte Durchblutung, was den Knochenabbau fördern kann. Der Charcot-Fuß ist charakteristischerweise gekennzeichnet durch das Auftreten schmerzloser Fußknochenfrakturen. Diese werden oft erst sehr spät bemerkt und heilen dann auch nur schlecht zusammen.

Charcot-Marie-Tooth-Syndrom
Das Charcot-Marie-Tooth-Syndrom zählt zu den neuromuskulären Erkrankungen. Es handelt sich hierbei um eine angeborene, autosomal-dominat vererbte Erkrankung, die durch eine Mutation auf Chromosom 17 hervorgerufen wird. Diese bewirkt eine Schädigung der Nerven. Die zunächst normal ausgebildeten Muskeln erhalten so nicht mehr ausreichende Nervenimpulse und beginnen zu atrophieren. Die Krankheit beginnt meist bereits im Kindesalter, symptomatisch zu werden, und schreitet dann langsam über Jahrzehnte voran. Typish ist eine sich symmetrisch von den Beinen nach oben ausbreitende Muskelschwäche und später -lähmung. Eine Heilung existiert derzeit nicht.

D

Dakryozystitis
Eine Entzündung der Tränenwege wird auch als Dakryozystitis bezeichnet. Weiteres siehe "Tränenwegsentzündung".

Dammschnitt
Der Dammschnitt ist eine Operation, die häufig während einer Geburt durchgeführt wird, um den Geburtskanal zu erweitern. Hierdurch kann die Geburt erleichtert und ein Dammriss in der Regel vermieden werden. Nach der Geburt heilt der Dammschnitt in der Regel gut und komplikationslos aus.

Dandy-Walker-Fehlbildung
Die Dandy-Walker-Fehlbildung ist eine Erkrankung des Gehirns. Hierbei handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung, bei der der Kleinhirnwurm fehlt und der vierte Ventrikel zystisch erweitert ist. Typische Symptome sind eine geistige und motorische Entwicklungsverzögerung, Muskelschwäche und eine Ataxie. Einige Kinder haben auch einen Wasserkopf (Hydrozephalus). Die Dandy-Walker-Hirnmissbildung scheint genetisch bedingt zu sein, das betroffene Gen konnte bisher jedoch nicht gefunden werden. Eine ursächliche Therapie existiert bislang nicht.

Darmausgang, künstlicher
Als Enterostoma bezeichnet man eine chirurgische Ausleitung des Darms über die Bauchwand, um die Ausscheidung zu ermöglichen. Viele Erkrankungen haben zur Folge, dass vorübergehend oder dauerhaft ein neuer Darmausgang geschaffen werden muss. Hierzu wird durch einen kleinen chirurgischen Eingriff eine Darmschlinge eröffnet und an die Bauchdecke genäht. Die Ausleitung erfolgt in einen Beutel, der regelmäßig gewechselt werden muss. Je nach Art und Lokalisation des Darmausgangs unterscheidet man Ileo- und Colostoma.

Darmbrand
Beim akuten Darmbrand handelt es sich um eine sehr rasch verlaufende Entzündung des Darmes, welche häufig durch eine Lebensmittelvergiftung hervorgerufen wird. Es kommt zu schweren, blutigen Durchfällen, Erbrechen, Kreislaufkollaps, Darmkrämpfen und Gewebszerstörung. Ein Darmverschluss oder -durchbruch kann die Folge sein. Eine Enteritis necrotisans stellt eine lebensbedrohliche Situation dar, welche sofort (meist chirurgisch) behandelt werden muss.

Darmflora
Die Darmflora ist eine Besiedlung des Darmes, welche aus verschiedenen Bakterien sowie etlichen Hefen besteht. Für den Menschen ist die Darmflora in der Regel nicht krankheitserregend, sie trägt im Gegenteil zur Verdauung bei. Kommt es im Rahmen einer Darminfektion oder durch Antibiotikaeinnahme zu einer Darmfloraentgleisung, dann leiden die betroffenen Patienten meist unter starkem Durchfall.

Darmspiegelung
Die Koloskopie ist ein bildgebendes Verfahren und dient der Darstellung des Dickdarms. Hierbei wird nach Gabe eines leichten Beruhigungsmittels ein flexibler Schlauch in den Enddarm eingebracht und bis zum Übergang zwischen Dünn- und Dickdarm vorgeschoben. Bei gleichzeitiger Aufdehnung des Darms durch Luft kann der gesamte Dickdarm dann durch kleine Kameras auf Entzündungen, Engstellen oder Polypen untersucht werden. Kleinere Polypen können durch in das Koloskop eingebrachte Geräte sofort entfernt werden. Bei unklaren analen Blutungen oder andauernden Darmbeschwerden ist die Koloskopie oft Mittel der Wahl. Im Rahmen der Krebsvorsorge ist eine jährliche Koloskopie ca. ab dem 50.Lebensjahr ratsam, um Polypen, welche häufig Vorläufer von Darmkrebs sind, rechtzeitig zu erkennen und zu beseitigen.

Daumensattelgelenksarthrose
Die Arthrose des Daumensattelgelenks wird auch als Rhizarthrose bezeichnet. Betroffen sind vor allem Frauen, wobei die Häufigkeit mit zunehmendem Alter steigt. Die Rhizarthrose äußert sich meist in Schmerzen sowie einer Kraft- und Bewegungseinschränkung. Bei starken, nicht mehr konservativ oder medikamentös behandelbaren Schmerzen bleibt als Therapieoption die Operation. Bei der RSA (siehe "Resektions-Suspensions-Arthroplastik") wird eine Hälfte der Gelenkfläche entfernt, so dass die Schmerzen bei nur unwesentlicher Funktionseinschränkung stark verringert werden.

Defibrillation
Die Defibrillation ist eine Methode der Notfallmedizin, mit der versucht wird, bei Kammerflimmern den normalen Herzrhythmus wieder herzustellen. Über zwei Paddel, welche auf den Oberkörper des Patienten gelegt werden, wird Starkstrom appliziert, welcher durch einen starken Impuls das Herz dazu bringt, wieder im normalen Rhythmus zu schlagen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass kein absoluter Herzstillstand vorliegt. Daher muss vor der Defibrillation immer ein EKG (siehe "EKG") geschrieben werden.

Deflexionslagen
Deflexionslagen sind abnorme überstreckte Haltungen des kindlichen Kopfes bei der Geburt. Hierbei kann es zur Vorderhauptlage, Stirnlage oder Gesichtslage kommen. Deflexionslagen vergrößern den Durchtrittsdurchmesser des Kopfes, was die Geburt erheblich erschweren kann. Nicht selten wird noch unter der Geburt ein Kaiserschnitt nötig.

Delirium
Als Delirium bezeichnet man eine Form der psychischen Störung, die eine organische Ursache hat. Typisch für ein Delirium sind Unruhe, Angstzustände, Bewusstseinstörungen, Verwirrtheit und häufig auch Halluzinationen. Ein Delirium kann durch verschiedene Erkrankungen, Hirntumoren, häufig auch durch die Wirkung von Drogen ausgelöst werden. Am häufigsten ist das Alkoholentzugsdelir (siehe "Alkoholentzugsdelir").

Dellwarze
Dellwarzen sind die Hautsymptome eine weltweit recht weit verbreiteten Infektionskrankheit. Trotz ihres Namens handelt es sich hierbei nicht um echte Warzen. Vielmehr sind Dellwarzen kleine, rötliche Knoten, die durch das Molluscipoxvirus ausgelöst werden. Häufig finden sich gleich mehrere Hundert Dellwarzen über den ganzen Körper verteilt. Besonders Kinder sind für diese Infektion sehr anfällig. Dellwarzen können chirurgisch durch den sogenannten "scharfen Löffel" oder durch spezielle Pinzetten entfernt werden. Dies ist ratsam, da sie hochansteckend sind und sich meist erst nach einigen Monaten oder Jahren von selbst zurückbilden.

DeMeester-Score
Der DeMeester-Score ist ein Auswertungsverfahren, das bei der 24-Stunden-Säuremessung angewandt wird, um den Reflux besser klassifizieren zu können. Er setzt sich zusammen aus den Werten für die prozentuellen Anteile der Zeit mit pH<4 für die gesamte Messung, Messung in aufrechter und Messung in liegender Position, Anzahl der Refluxe über 5 min Länge, der Dauer des längsten Refluxes und der Gesamtzahl der Refluxepisoden. Anhand dieses Scores kann der Grad des Refluxes bestimmt werden.

Demenz
Als Demenz bezeichnet man einen chronisch fortschreitenden Verlust der Gehirnsubstanz, der mit Verwirrung, Verlust des Gedächtnisses und Schädigung anderer Denkprozesse einhergeht. Neben der Alzheimer-Erkrankung gelten als Ursache einer Demenz auch ein oder mehrere kleine Schlaganfälle, Alkoholmißbrauch, die Parkinson-Erkrankung, Hirntumoren, AIDS, Syphilis, Multiple Sklerose oder Stoffwechselerkrankungen.
Die Rate der Demenzkranken nimmt mit höherem Alter stark zu. Da die meisten Demenzen fortschreitend sind, werden die betroffenen Patienten letztendlich meist zum Pflegefall.
Demenzen können sowohl medikamentös als auch durch Gedächtnistraining und Psycho- oder Soziotherapie behandelt werden, eine Heilung gibt es für die meisten Demenzen allerdings nicht. Eine neue, allerdings umstrittene Therapieoption stellt die Behandlung mit embryonalen Stammzellen dar.

Dengue-Fieber
Das Dengue-Fieber ist eine virale Infektionskrankheit, welche vor allem in den Tropen auftritt. Zunehmend werden jedoch auch Fälle in den USA und Europa gemeldet. Die Erkrankung wird ausschließlich durch bestimmte Mücken der Gruppe "Aedes" übertragen. Die Symptome ähneln meist denen einer schweren Grippe, mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Schüttelfrost. Häufig ist außerdem ein Ausschlag zu sehen. In seltenen Fällen kann es bei Dengue-Fieber zu inneren Blutungen kommen. Dengue-Fieber ist in Deutschland meldepflichtig.

Dennie-Morgan-Falte
Die Dennie-Morgan Falte ist ein charakteristisches Symptom der Neurodermitis. Hierbei handelt es sich um eine doppelte Lidfalte unter dem Auge. Zur Diagnosestellung reicht dieses Symptom aber nicht aus, da diese Auffälligkeit auch bei vielen gesunden Meschen auftritt.

Depigmentierung
Unter Depigmentierung versteht man das Ausbleichen oder Kaschieren der menschlichen Haut mit dem Ziel der Hautaufhellung. Hierfür stehen verschiedenste Methoden wie Laser, Bleichcremes, Camouflage-Make-up oder Säurepeelings zur Verfügung. Einige dieser Optionen haben jedoch z.T. erhebliche Nebenwirkungen und sollten daher nur noch bei strenger Indikation angewandt werden.

Depression
Die Depression zählt in der Medizin zu den psychischen Erkrankungen. Sie äußert sich meist durch gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit und mangelndes Selbstwertgefühl. Häufig kommen noch Anzeichen wie Erschöpfung, Schlaflosigkeit, gesteigerter Appetit und Gewichtsveränderungen dazu. Oft kommt es zu Angstzuständen und einem nihilistischen Denken, das zu Suizidgedanken (und letztendlich zum Suizid) führen kann. Die Ursachen für eine Depression sind zahlreich, sie kann jedoch in der Regel durch Psychotherapie und/oder Medikamente gut behandelt werden.

Dermabrasion
Die Dermabrasion ist ein medizinischer Eingriff in der plastischen Chirurgie. Sie dient unter anderem der Entfernung von Narben und Pigmentflecken. Dazu wird die oberste Hautschicht des Patienten mit einem Peeling oder einer Fräse abgeschliffen. Danach ist die Haut noch für einige Wochen gerötet. Sonnenlicht sollte in dieser Zeit noch vermieden werden, um eine Verfärbung der Haut zu verhindern.

Dermatitis, periorale
Die periorale Dermatitis ist eine ungefährliche Hautkrankheit, die mit einem papulösen Ausschlag einhergeht. Betroffen ist vor allem die Haut um Mund und Augen. Die genaue Ursache der Erkrankung ist unbekannt, es besteht jedoch ein Zusammenhang mit übermäßiger Hautpflege. Dadurch stellt die Haut ihre eigene Fettproduktion ein und wird trocken und rissig. Es entsteht ein Teufelskreis, der nicht selten bis zur Verwendung von Kortisoncremes reicht, ohne dass eine Besserung eintritt. Die Therapie dieser Hauterkrankung besteht daher auch im konsequenten Vermeiden von Haut- und Feuchtigkeitscremes im Gesicht. Die Haut sollte nur noch mit reinem Wasser gewaschen werden. Eine deutliche Besserung tritt nach etwa 1-4 Monaten auf.

Dermatomykose
Als Dermatomykose bezeichnet man die Infektion der Haut mit Hautpilz, selten auch mit Hefe- oder Schimmelpilzen. Sie kommt besonders oft am Fuß vor, kann jedoch auch vaginal und überall sonst auf der Haut auftreten. Typisch für die Dermatomykose sind juckende, rote und schuppende Hautareale sowie nässende Bläschen. Zur Therapie stehen je nach Erreger verschiedene Präparate zur Verfügung, besonders wichtig ist eine gute Hauthygiene im betroffenen Gebiet.

Dermatomyositis
Die Dermatomyositis ist eine systemische Entzündung der Muskeln und der Haut und zählt zu den Kollagenosen. Ist nur die Muskulatur betroffen, spricht man von Polymyositis (siehe "Polymyositis"). Zusätzlich zu den typischen Symptomen bei Polymyositis treten hier jedoch zusätzlich Hautveränderungen auf. Die Therapie besteht aus immunsuppressiven Medikamenten.

Dermographismus
Als Dermographismus bezeichnet man die Reaktion der Haut auf oberflächliches Kratzen oder Streichen. Bei gesunder Haut wird der Bereich rot (positiver Dermographismus). Bei einigen Hautkrankheiten, z.B. Neurodermitis, wird die betroffene Haut weiß (negativer Dermographismus). Dies kann bei der Diagnosefindung hilfreich sein.

Dermoidzyste
Eine Dermoidzyste ist eine zystische Struktur, die vorwiegend in den Eierstöcken auftritt. Sie wird bereits embryonal angelegt und ist ein sogenannter Mischtumor. Man bezeichnet eine Dermoidzyste auch oft als Teratom. Sie besteht aus verschiedensten Gewebearten, nicht selten finden sich in der Zyste Knorpel, Knochen, Haare oder Zähne.

Descensus testis
Als Descensus testis bezeichnet man die physiologische Absenkung des Hodens aus der Bauchhöhle über den Leistenkanal in den Hodensack. Dies geschieht im Normalfall bereits vor der Geburt. Ein Descensus testis ist wichtig, um dem Hoden die richtige Umgebungstemperatur zu gewährleisten. Nicht deszendierte Hoden werden meist unfruchtbar und können später bösartig entarten. Findet ein Descensus testis nicht statt, dann wird dies daher innerhalb der ersten zwei Lebensjahre hormonell oder chirurgisch therapiert.

Desmoid
Ein Desmoid ist ein gutartiger Tumor, der von den Muskelhüllen ausgeht und langsam wächst. Allerdings kann er Nerven oder Gefäße einklemmen, was zu Beschwerden führen kann. In seltenen Fällen muss er daher entfernt werden. Desmoide treten oft nach Schwangerschaften vor allem im Bauchraum auf und schrumpfen häufig nach der Menopause wieder.

Diabetes insipidus
Der Diabetes insipidus ist eine Erkrankung des Wasserhaushaltes. Hierbei kommt es zu einer vermehrten Wasserausscheidung im Urin und in Folge zu einer erhöhten Trinkmenge bei starkem Durst. Bis 20 Liter pro Tag können von betroffenen Patienten aufgenommen und wieder ausgeschieden werden. Typisch ist hierbei, dass der Urin aufgrund seiner starken Verdünnung nicht mehr gelb, sondern wasserklar ist. Die Ursache für diese Erkrankung liegt entweder in der Hirnanhangsdrüse (siehe "Hirnanhangsdrüse"), welche zahlreiche Stoffwechselvorgänge im Körper regelt, oder in der Niere. Die Hirnanhangsdrüse kann einen Diabetes insipidus auslösen, wenn sie das wassereinsparende Hormon Adiuretin (Vasopressin) nicht mehr in ausreichender Menge ausschüttet. Ist dies der Fall, dann kann Adiuretin medikamentös verabreicht werden.
Liegt das Problem bei der Niere, so muss untersucht werden, weshalb sie ihrer Aufgabe nicht nachkommt. Grund kann z.B. ein Infekt oder ein Tumor sein. Diese Ursache muss dann behandelt werden.

Diabetes mellitus
Der Begriff "Diabetes mellitus" stammt aus dem Lateinischen und bezeichnet in der Medizin die Zuckerkrankheit, die mit erhöhten Blutzuckerwerten einhergeht und verschiedenste Nebenwirkungen und Spätkomplikationen haben kann. Man unterscheidet zwei Diabetesformen, Typ I und Typ II. Weiteres siehe "Zuckerkrankheit".

Diabetesschulung
Die Diabetesschulung ist eine Veranstaltung, die meist von Krankenhäusern angeboten wird. Es geht hierbei darum, Patienten, welche neu an Diabetes erkrankt sind, im Ernährungsverhalten und der Anwendung der Medikamente zu schulen. Je nach Schweregrad der Erkrankung müssen die Patienten Mahlzeiten berechnen können, Medikamente richtig dosieren oder lernen, sich selbst Insulinspritzen zu verabreichen. Der Kontakt zu anderen Erkrankten hilft hier oft beim Umgang mit der Diagnose und der Krankheit.

Diabetisches Fußsyndrom
Das diabetische Fußsyndrom ist eine Sekundärkomplikation, die vor allem in Zusammenhang mit Diabetes mellitus Typ II auftritt. Diabetes mellitus verzögert die Wundheilung, schädigt Blutgefäße und Nerven. Daher sorgt die oft vorwiegend am Fuß herabgesetzte Sensibilität dafür, dass Verletzungen oder Wunden nicht gleich bemerkt werden. Diese werden oft sehr tief und heilen schlecht ab. Die verminderte Durchblutung fördert dies noch zusätzlich. Oft werden Zehen nekrotisch und müssen letztendlich amputiert werden.
Um dem diabetischen Fußsyndrom entgegen zu wirken, hilft letztendlich nur eine sorgfältige und aufmerksame Fußpflege sowie weiches, bequemes Schuhwerk.

Diadochokinese
Die Fähigkeit, schnelle Wechselbewegungen auszuführen, bezeichnet man in der Medizin als Diadochokinese. Zu diesen Wechselbewegungen zählen z.B. das alternierende Auftreten von Hacke und Spitze des Fußes oder das Drehen der Hand mit Handinnenfläche bzw. Handrücken nach oben. Eine Beeinträchtigung dieser Fähigkeiten deutet fast immer auf einen Kleinhirnschaden hin.

Dialyse
Bei der Dialyse handelt es sich um ein Blutreinigungsverfahren, das im Falle eines Nierenversagens die Filterfunktion der Nieren ersetzen soll. Ein Blutgefäß des Patienten wird mit der Maschine verbunden und das Blut in der Maschine von Gift- und Abfallstoffen gereinigt. Meistens ist eine Dialysesitzung mehrmals die Woche nötig und dauert mehrere Stunden. Die Funktion ersetzt eine normale Niere nicht vollständig, weshalb die Dialyse meist als Übergangslösung mit dem langfristigen Ziel einer Nierentransplantation gesehen wird. Da heutzutage transplantierte Nieren eine Funktionszeit von ca. 10-20 Jahren haben, ist dies in den meisten Fällen die bessere Alternative.

Diastole
Die Diastole ist im Kreislauf jene Phase, in der sich die Kammer mit Blut füllt, welches aus dem Vorhof einströmt. Sie ist sehr viel länger als die Auswurfphase, die Systole, und dient dazu, die Kammer langsam und durch Unterdruck mit Blut zu füllen, bevor dieses in der Systole unter starkem Druckaufbau in den Körper gepumpt wird.

Dickdarmkrebs
Unter einem Kolonkarzinom versteht man einen bösartigen Tumor am Dickdarm. Es ist die zweithäufigste Tumorart in Deutschland. Viele Risikofaktoren der Lebensweise tragen zur Entstehung eines Kolonkarzinoms bei, in manchen Fällen besteht bereits eine andere Krebserkrankung. Je früher das Karzinom erkannt wird und je radikaler die Therapie erfolgt, desto größer sind die mittel- und langfristigen Überlebenschancen der Patienten. Es existieren eine Reihe von medikamentösen (Chemotherapie) und operativen Ansätzen, deren Anwendung von der Art und dem Stadium des Tumors abhängig ist.

Dickdarmpolypen
Dickdarmpolypen sind kleine, millimeter- bis zentimetergroße gutartige Tuumoren im Dickdarm. Sie können verschiedene Ursachen haben und treten z.B. bei der familiären adenomatösen Polyposis (siehe "Familiäre adenomatöse Polyposis") auf. Dickdarmpolypen an sich sind nicht gefährlich, sie können jedoch zu Blutungen führen und langfristig auch zu Krebs entarten, weshalb sie engmaschig beoobachtet und gegebenenfalls entfernt werden sollten.

Dicker Tropfen
Als "dicken Tropfen" bezeichnet man in der Medizin ein Verfahren, mit dem Blut auf Malariaerreger untersucht werden kann. Hierbei wird das Blut nach der Blutentnahme nicht wie sonst dünn auf eine Glasplatte ausgestrichen, um es unter dem Mikroskop betrachten zu können. Statt dessen wird es als Tropfen fixiert. Der Vorteil ist, dass das Blut auf dem Objektträger höher konzentriert ist und die Erreger auch sichtbar sind, wenn nur ein paar wenige vorhanden sind. Aufgrund der hohen Sicherheit und des einfachen Verfahrens ist der "dicke Tropfen" auch in Ländern der Dritten Welt eine beliebte Screeningmethode.

Digitalis
Digitalis ist ein Wirkstoff, welcher zu den sogenannten Herzglykosiden zählt. Er ist der pflanzliche Extrakt des Fingerhuts und ein bei Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen sehr wirksames Medikament. Zu den zahlreichen Nebenwirkungen zählen Herzjagen sowie Farbsehstörungen, weshalb es genau dosiert werden muss. In höheren Dosen ist Digitalis ein sehr potentes Gift.

Dignität
Dignität bezeichnet in der Medizin eine Eigenschaft von Tumoren. Man unterscheidet hinsichtlich der Dignität benigne (gutartige) und maligne (bösartige) Tumoren. In seltenen Fällen wird auch von semimalignen Tumoren gesprochen. Hiermit werden in der Regel Geschwulste bezeichnet, die keine Metastasen bilden, aber lokal destruierend wachsen.
Die Dignität eines Tumors ist ausschlaggebend für die Therapie desselben.

Dilatative Kardiomyopathie
Die dilatative Kardiomyopathie ist eine Herzerkrankung, bei der sich der Herzmuskel krankhaft erweitert. besonders ist oft der linke Ventrikel betroffen. Die Folge ist eine verminderte Leistung des Herzens und somit eine Herzinsuffizienz. Oft liegen zusätzlich Herzrhythmusstörungen vor. Die Ursachen für eine dilatative Kardiomyopathie sind vielseitig und reichen vom Viren und Bakterien über toxische Substanzen bis hin zu Autoimmunerkrankungen. Die Therapie entspricht der einer regulären Herzinsuffizienz.

Dioxin
Dioxine sind eine chemische Stoffklasse, die sehr häufig vorkommt und für den Menschen giftig ist. Dioxine werden hauptsächlich über die Nahrung aufgenommen und können jahrzehntelang im Körper verweilen. Insbesondere über Fleisch, Fisch und Milch können hohe Dosen an Dioxinen in den Körper gelangen. Kommt es zu einer Dioxinvergiftung, dann können Bauchschmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust sowie eine schwere, chronische Form der Akne auftreten. Hierzu müssen jedoch Dioxinmengen aufgenommen werden, die deutlich über den zugelassenen Höchstmengen in Nahrungsmitteln liegen. Die dioxinbedingte Akne wird auch als Chlorakne bezeichnet und ist praktisch nicht behandelbar. Beispiel für eine Dioxinvergiftung mit nachfolgender Chlorakne ist der ukrainische Präsident Juschtschenko, der im Jahr 2004 vergiftet wurde.

Diphtherie
Die Diphtherie ist eine akute Infektionskrankheit, die mitunter lebensbedrohlich sein kann. Sie wird durch das Bakterium "Corynebacterium diphtheriae" hervorgerufen, welches durch Husten, Küssen oder Niesen übertragen werden kann. Diphtherie verursacht Hals- und Rachenschmerzen, Schluckbeschwerden, Atembeschwerden und Fieber. Selten kann auch die Haut betroffen sein und Geschwüre ausbilden. Die Therapie besteht in einem Antibiotikum und strenger Bettruhe für mehrere Wochen. Seit Einführung der Diphtherieimpfung ist die Erkrankung selten geworden.

Diurese, forcierte
Als forcierte Diurese bezeichnet man die Verabreichung von Diuretika zur therapeutischen Steigerung der Urinausscheidung. Dies kann z.B. bei Vergiftungen notwendig werden. Teil einer forcierten Diurese ist die gleichzeitige Steigerung der Flüssigkeitsaufnahme, um eine Nierenschädigung zu vermeiden.

Diuretika
Diuretika sind Arzneimittel, welche die Wasserausscheidung des Körpers erhöhen und dadurch das Blutvolumen senken sowie Ödemen (siehe „Ödem“) entgegenwirken. Sie werden häufig bei Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Niereninsuffizienz und erhöhter Aldosteronproduktion eingesetzt und gegebenenfalls mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln kombiniert. Hierdurch kann die Wirkung an Herz und Keislauf erhöht werden.

Divertikulitis
Die Divertikulitis ist eine Entzündung des Enddarms und entsteht meist aus einer Sigmadivertikulose heraus. Die Darmwandausstülpungen entzünden sich, die Patienten leiden unter linksseitigen Unterbauchschmerzen, Fieber und Stuhlveränderungen. Schlimmstenfalls kann das Sigma perforieren und sich ein Abszess bilden. Die Therapie der Wahl besteht akut aus einer Antibiotikatherapie. Nach Abklingen der Entzündung ist es meist ratsam, den betroffenen Darmabschnitt chirurgisch zu entfernen.

DNS
Die DNS, eine Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure, ist ein langes Kettenmolekül, welches in jeder Zelle als Träger der Erbinformation fungiert. Aus ihr besteht die Gesamtheit der Gene. Auf der DNS (auf Englisch DNA = "desoxyribonucleic acid") ist die gesamte Erbinformation in Form von vier Basen codiert, welche jeweils in Dreiergruppen, sogenannten Tripletts, eine Aminosäure codieren. Aus vielen dieser Aminosäuren wiederum können Proteine, Enzyme und letztendlich alle Zellen und Zellbestandteile aufgebaut werden.

Donati-Rückstichnaht
Die Donati-Rückstichnaht ist ein chirurgisches Verfahren zum Wundverschluss. Hierbei entstehen auf jeder Seite der Wunde zwei Ein- bzw. Ausstichlöcher. Der Vorteil hierbei ist die hohe Stabilität der Naht. Sie wird daher oft für Wunden verwendet, die sehr unter Spannung stehen. Von Nachteil ist, dass sich auf jeder Seite der Wunde zwei Stichkanäle befinden, die oft nach dem Abheilen als Narben sichtbar bleiben.

Dopamin
Dopamin ist ein Neurotransmitter, also ein Botenstoff, welcher im Gehirn vorkommt. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerung von Bewegungsabläufen. Bei bestimmten Erkrankungen wie z.B. Parkinson kommt es zu einem Mangel an Dopamin im Gehirn. Es kann jedoch als L-DOPA medikamentös verabreicht werden und erzielt gute therapeutische Ergebnisse.

Dornwarze
Die Dornwarze wird wie fast alle Warzenformen vom Humanen Papillomavirus verursacht. Sie entsteht in der Regel an den Fußsohlen und hat eine schwielige, harte Oberfläche mit in der Mitte sichtbaren, dunklen Blutgefäßen (den sog. "Dornen"). Da sie weit in die Tiefe wachsen kann, stößt sie oft gegen die Knochenhaut der Fußknochen und verursacht so beim Gehen erhebliche Schmerzen. Wie viele andere Warzentypen tritt sie vermehrt im Jugendalter auf und kann von Hautärzten mit verschiedenen Methoden gut bekämpft werden.

Double-Bubble-Phänomen
Das Double-Bubble-Phänomen ist ein klinisches Zeichen, das beim ungeborenen Kind sichtbar ist. In der Sonographie sieht man hier einen flüssigkeitsgefüllten Magen mit einer Luftblase und dahinter im Zwölffingerdarm eine weitere Luftblase. Dies deutet auf eine Duodenalatresie hin.

Double-Duct-Sign
Als Double-Duct-Sign bezeichnet man ein Phänomen in der medizinischen Bildgebung. In der ERCP ist hier ein Aufstau von Kontrastmittel im Gallengang und im Pankreasgang sichtbar. Dies deutet auf eine Verengung (Stenose) hin. Typisch ist ein Double-Duct-Sign bei Pankreaskopfkarzinom.

Douglas-Raum
Als Douglas-Raum wird im der Medizin der tiefste Punkt der Bauchhöhle bezeichnet. Dieser befindet sich zwischen Darm und Gebärmutter (bei der Frau) bzw. Blase (beim Mann). Wegen der Schwerkraft findet sich freie Flüssigkeit, die Zeichen einer Entzündung oder eines Tumors sein kann, als erstes im Douglas-Raum.

Down-Syndrom
Beim Down-Syndrom handelt es sich um eine Genommutation, bei der ein Chromosom (siehe "Chromosom") der Erbinformation dreimal statt zweimal vorhanden ist. Da es sich hierbei um das Chromosom 21 handelt, spricht man auch von Trisomie 21. Dieser Defekt entsteht bei der Zellteilung der Keimzellen und führt zu einer mehrfachen Behinderung des betroffenen Kindes. Neben Herzfehlern, geistiger Unterentwicklung und Kurzgliedrigkeit ist vor allem ein asiatisch wirkendes, flächiges Gesicht mit schrägen Augen typisch, weshalb umgangssprachlich auch oft von "Mongolismus" gesprochen wird. Die Lebenserwartung von Down-Syndrom-Patienten ist in der Regel etwas niedriger als beim Gesunden. Das Down-Syndrom gilt trotz seiner vielfachen Auswirkung als leichte Behinderung, da die Patienten weitgehend selbstständig sind. Durch frühe Förderung der Kinder lassen sich viele körperliche und geistige Schwächen ausgleichen und ermöglichen Down-Syndrom-Patienten ein fast normales Leben.

Dreimonatsspritze
Die Dreimonatsspritze zählt zu den hormonellen Verhütungsmitteln. Sie enthält den Wirkstoff Gestagen, welcher durch Veränderung der Hormonspiegel im Blut einen Eisprung verhindert (Ovulationshemmung) sowie einen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut (welche zur Einnistung der befruchteten Eizelle nötig ist) hemmt (Nidationshemmer). Die Dreimonatsspritze muss alle drei Monate von einem Arzt in die Oberarm- oder Gesäßmuskulatur injiziert werden. Da die Nebenwirkungen etwas zahlreicher und häufiger sind als bei anderen hormonellen Verhütungsmitteln wie z.B. der Antibabypille, wird die Dreimonatsspritze in der Regel nur empfohlen, wenn es triftige Gründe gegen alle anderen Methoden gibt.

Dreitagefieber
Das Dreitagefieber ist eine Virusinfektion, die bei Kleinkindern auftritt und meist mit einem Ausschlag einhergeht. Nach einer Inkubationszeit von 3-15 Tagen entwickeln die Kinder plötzlich hohes Fieber sowie ein kleinfleckiges Exanthem, welches nach 1-3 Tagen wieder verschwindet. Erreger der Erkrankung ist das humane Herpesvirus 6.

Druckgeschwür
Das Druckgeschwür ist eine lokale Schädigung der Haut und manchmal der darunterliegenden Strukturen, die besonders dort entsteht, wo die Haut üüber längere Zeit hohem Druck ausgesetzt ist. Es kommt an dieser Stelle zur Minderdurchblutung und somit zur Zerstörung der gesunden Haut und Weichteile. Ursachen für Dekubitus sind häufig lange Liegedauern, z.B. im Krankenhaus, Lähmungen, schlecht angepasste Gipse, starkes Untergewicht sowie mangelnde Pflege von Pflegebedürftigen, z.B. in Krankenhaus oder Altersheim. Durch häufiges Umlagern und gutes Polstern kann einem Druckgeschwür vorgebeugt werden. Ist es erst einmal entstanden, dann kann die Abheilung sehr lange dauern und evtl. sogar eine Operation notwendig machen. Ein großflächiger Dekubitus stellt immer ein erhöhtes Infektionsrisiko dar und kann besonders für alte oder schwache Menschen lebensbedrohlich sein.

Drug monitoring, therapeutisches
Als therapeutisches drug monitoring bezeichnet man in der Medizin die Messung von Medikamentenkonzentrationen im Blut. Dies ist besonders bei Medikamenten mit einer geringen therapeutischen Breite nötig, um die Dosierung zu überwachen. Drug monitoring ist unabhängig von weiteren Faktoren wie eine eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion und ist somit eine sichere Methode zur Ermittlung der optimalen Dosierung.

Dukes-Klassifikation
Die Dukes-Klassifikation ist in der Medizin ein System zur Einteilung von Dickdarmtumoren. Sie unterscheidet verschiedene Grade je nach Ausdehnung des Tumors und Befall der Lymphknoten bzw. Metastasen.

Dumping-Syndrom
Das Dumping-Syndrom ist ein pathologischer Zustand, bei dem es zu sturzhafter Entleerung des Magens in den Dündarm kommt. Es entsteht meist durch eine Funktionsstörung des Pylorus und ist oft Folge einer Magenoperation. Charakteristisch sind Blässe, Schweißausbruch, Herzklopfen, Zittrigkeit, Druckgefühl im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen. In Folge kommt es häufig zu Mangelernährung sowie bei Kindern zu Wachstums- und Entwicklungsstörungen.

Dunhill-Operation
Als Dunhill-Operation bezeichnet man eine Schilddrüsenoperation, bei der eine Hälfte komplett entfernt und die andere Hälfte subtotal reseziert wird. Diese Operation findet vor allem bei großen, diffusen Strumen Verwendung. Wegen des geringen Schilddrüsenrests ist in der Regel postoperativ eine Hormonsubstitution nötig.

Dünndarmtransplantation
Die Dünndarmtransplantation ist eine Operation, die derzeit noch im experimentellen Stadium ist. Ziel ist es, bei Patienten mit Kurzdarmsyndrom die Ursache kausal zu bekämpfen, indem sie Spenderdünndarm eingepflanzt bekommen. Dies hat den Vorteil, dass sie nicht mehr auf parenterale Ernährung mit all ihren Nebenwirkungen angewiesen sind. In den USA wird Dünndarm bereits recht häufig transplantiert, in Deutschland sind derzeit erst wenige Fälle bekannt. Die Operation birgt im Moment noch große Risiken und die Ergebnisse sind noch nicht zufriedenstellend, weshalb dieses Verfahren noch nicht flächendeckend angewandt wird.

Duodenalatresie
Bei der Duodenalatresie handelt es sich um eine angeborene Entwicklungsstörung, bei der das Lumen des Zwölffingerdarmes verschlossen ist. Dadurch kommt es beim ungeborenen Kind zu einer Fruchtwasseransammlung im Magen und zu einem zu kleinen Darm hinter dem Verschluss. Nach der Geburt erbrechen sich die Säuglinge nach jeder Mahlzeit, da nichts diese Blockade passieren kann. Die Duodenalatresie ist meist schon vor der Geburt sichtbar, im Ultraschall vor allem als "Double-Bubble-Phänomen". Nach der Geburt besteht die Therapie aus einer möglichst raschen chirurgischen Behebung des Verschlusses.

Duodenum
Den Zwölffingerdarm bezeichnet man in der Medizin auch als Duodenum. Er schließt an den Magen an und enthält die Ausführungsgänge der Galle und der Bauchspeicheldrüse. Weiteres siehe "Zwölffingerdarm".

Dupuytren´sche Erkrankung
Unter der Haut der Handfläche befindet sich eine weitere, derbe, bindegewebige Haut, die sogenannte Palmaraponeurose. Aus ungeklärter Ursache kommt es bei manchen Patienten zur Verdickung und Knötchenbildung dieser Haut. Dies wird als Morbus Dupuytren bezeichnet. Da die Beugesehnen der Finger mit der Palmaraponeurose in unmittelbarem Kontakt stehen, kann es im Verlauf der Erkrankung zu einer Verkrümmung der Finger kommen. Männer sind von dieser Krankheit häufiger betroffen als Frauen, wobei manchmal das Bindegewebe von Füßen (Morbus Ledderhose) und Penis (Induratio penis pastica) ebenfalls erkrankt ist. Bei Alkoholikern und Diabetikern tritt die Krankheit gehäuft auf. Die Therapie beschränkt sich auf die operative Entfernung der erkrankten Aponeurose, die Ursache der Erkrankung kann jedoch nicht bekämpft werden.

Durchfall
Stuhlgang, der mehr als dreimal an einem Tag abgesetzt wird und eine ungeformte, also breiige, schleimige oder wässrige Konsistenz aufweist, wird als Durchfall bezeichnet. Gelegentlich kann Schleim, Blut oder Eiter beigemengt sein und auf eine schwerwiegendere Erkrankung hinweisen. Durchfall kann durch Bakterien, Viren, Parasiten, Medikamente oder Hormone ausgelöst werden und ist meist nicht gefährlich. In seltenen Fällen kann jedoch ein starker Salz- und Wasserverlust zu Komplikationen führen. Langdauernder oder blutiger Durchfall sowie Durchfall bei kleinen Kindern sollte daher immer von einem Arzt weiter abgeklärt werden.

Durchgangssyndrom
Als Durchgangssyndrom bezeichnet man in der Medizin eine akute organische Psychose, die bei vollem Bewusstsein auftritt und zeitlich begrenzt bleibt. Die Symptome können das volle Spektrum einer Psychose (siehe "Psychose") aufweisen, sie gehen allerdings innerhalb von Stunden oder Tagen zurück. Ein Durchgangssyndrom tritt besonders häufig in Verbindung mit einem stationären Krankenhausaufenthalt oder einem chirurgischen Eingriff auf. Man vermutet, dass Stress, in Kombination mit dem Klinikaufenthalt, zur Auslösung des Durchgangssyndroms beitragen.

Dysarthrie
Als Dysarthrie bezeichnet man verschiedene Sprechstörungen, die durch eine Schädigung des Gehirns zustande kommen. Meist sind die Bewegung sowie die Koordination der Sprechmuskeln gestört. Die Sprache klingt oft undeutlich und verwaschen, manchmal völlig unverständlich. Eine Dysarthrie lässt sich häufig durch Logopädie gut behandeln.

Dyskinesie
Als Dyskinesie wird eine Bewegungsstörung bezeichnet, die meist als Nebenwirkung von bestimmten Psychopharmaka auftritt. Häufig kommt es zu unwillkürlichem Zucken von Zunge oder Fingern, es können jedoch auch Gang- und Haltungsstörungen auftreten. Je nach Zeitpunkt des Auftretens der Bewegungen unterscheidet man Frühdyskinesien (sozusagen eine "Sofortreaktion" auf ein Medikament) und Spätdyskinesien, die nach jahrelanger Medikamenteneinnahme auftreten können.

Dyspareunie
Als Dyspareunie bezeichnet man Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Dies bezieht sich in der Regel auf die Frau und kann unterschiedlichste Ursachen haben: Entzündungen, Endometriose (siehe "Endometriose"), Infektionen, Hormonstörungen oder zu trockende Schleimhaut. Sehr häufig kann eine Dyspareunie auch durch Beziehungskonflikte hervorgerufen werden. Die Ursache sollte in einem ausführlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung durch einen Frauenarzt deutlich werden. In vielen Fällen gibt es eine relativ einfache und erfolgreiche Behandlungsmethode. Beziehungskonflikte sollten evtl. in einer Psychotherapie geklärt werden.

Dysphagie
Dysphagie bezeichnet allgemein eine schwere Schluckstörung, welche oft mit Druckgefühl und Schmerzen hinter der Brust einhergeht. Dysphagie kann bei verschiedenen Erkrankungen der Speiseröhre und des Magens sowie neurologischen Erkrankungen, wie z.B. Morbus Parkinson, auftreten. Sie kann zur Erschwerung des Schluckaktes bis hin zur absoluten Schluckunfähigkeit führen. Die Ursache einer Dysphagie sollte gesucht und wenn möglich behoben werden.

Dysphonie
Als Dysphonie bezeichnet man eine Stimmstörung, bei der es zu Veränderungen von Stimmklang und Stimmleistung kommen kann. Häufig sind die Patienten heiser, haben eine belegte Stimme oder können gar keine klanghafte Stimme mehr produzieren (also nur noch flüstern). Die Ursachen für eine Dysphonie sind vielseitig und beinhalten unter anderem Fehlbildungen des Sprechapparats, Traumata oder endokrine Erkrankungen.

Dysplasie
Als Dysplasie bezeichnet man in der Medizin jede Fehlbildung, die durch eine Abweichung des Gewebes vom normalen Bild entsteht. Dysplasien können eine Vorstufe von verschiedenen Krebserkrankungen sein, sie können jedoch auch durch genetische Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen von Geburt an bestehen. Häufig geht eine Dysplasie mit einer Minderung der Funktion des betroffenen Gewebes einher.

Dysthymie
Die Dysthymie ist eine milde Form der depressiven Verstimmung. Sie tritt häufig stressbedingt auf und geht meist einher mit einem körperlichen Gefühl der Krankheit oder Schwäche. Dysthymien sind meist chronisch oder immer wiederkehrend mit dazwischen liegenden kurzen Phasen subjektiven Wohlbefindens.

© Meyer-Wagenfeld

E

Ebola
Ebola ist eine Infektionskrankheit, welche vorwiegend in Afrika auftritt und in Deutschland meldepflichtig ist. Sie verursacht hohes Fieber, Durchfall und starke Haut- und Schleimhautblutungen und führt in 50-90% zum Tod. Ebola kann durch Kontakt mit infizierten Menschen oder Tieren sowie durch den Verzehr infizierten Fleisches übertragen werden. Durch Isolation der infizierten Personen kann daher eine Epidemie oft verhindert werden. Ist die Krankheit erst ausgebrochen, dann können bisher nur die Symptome behandelt werden. Ein Heilmittel sowie eine Impfung existieren aktuell noch nicht.

Echokardiographie
Die Untersuchung des Herzens mittels Ultraschall nennt man Echokardiographie. Hierbei handelt es sich um ein nichtinvasives Untersuchungsverfahren, welches zusammen mit dem EKG gute Aufschlüsse über die Anatomie und Funktion des untersuchten Herzens liefert. Eine Echokardiographie kann je nach zu untersuchender Struktur entweder durch den Brustkorb hindurch oder mit einem Schallkopf, der geschluckt werden muss, durch die Speiseröhre hindurch vorgenommen werden.

Edwards-Syndrom
Das Edwards-Syndrom ist eine Behinderung, die aufgrund einer Genommutation entsteht, bei der das Chromosom Nr. 18 in jeder Zelle dreimal statt zweimal vorliegt. Es handelt sich hierbei um eine Behinderung, welche derzeit unheilbar ist und zu vielfältigen körperlichen Beeinträchtigungen mit einer Verkürzung der Lebensdauer führt.
 Das Edwards-Syndrom tritt sehr selten auf und betrifft in 75% der Fälle Mädchen, wobei die Ursache hierfür ungeklärt ist.
Zu den häufigen Fehlbildungen, die mit einem Edwards-Syndrom einhergehen, gehören Herzfehler, Hirnzysten, Minderwuchs, Schädel- und Gesichtsfehlbildungen, Fehlbildungen der Arm- und Beinknochen, ein Wasserkopf sowie Organstörungen des Magen-Darm- Traktes. Zusätzlich bemerkt man eine starke Intelligenzminderung und Muskelschwäche. Die überwiegende Mehrheit der Edwards-Syndrom-Patienten kann nicht sprechen.
Die Lebenserwartung dieser Patienten ist relativ gering, die meisten solcher Kinder versterben bereits im Mutterleib oder im ersten Lebensjahr, nur einige wenige erreichen das Jugend- oder junge Erwachsenenalter.
Trisomie 18 kann bisher nicht geheilt werden, manche Fehlbildungen und Fehlfunktionen können jedoch operativ korrigiert werden, um die Lebenserwartung dieser Patienten zu erhöhen.

EEG
Das EEG ist ein Verfahren zur Messung von Hirnströmen. Diese werden über Elektroden abgeleitet und als Diagramm sichtbar gemacht. Ein EEG kann über zahlreiche Erkrankungen des Gehirns, wie Epilepsie, Hirnblutungen oder erhöhten Druck, Auskunft geben und ist sehr risikoarm. Daher ist es bei neurologischen Untersuchungen oft Mittel der Wahl.

Ehlers-Danlos-Syndrom
Das Ehlers-Danlos-Syndrom ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von ca. 9 verschiedenen Bindegewebserkrankungen, welche alle genetisch bedingt sind und eine erhöhte Dehnbarkeit und Zerreißbarkeit der Haut hervorrufen. Am häufigsten sind Ehlers-Danlos-Syndrom I und II, welche beide autosomal dominant vererbt werden.
Das Ehlers-Danlos-Syndrom äußert sich in einer Überelastizität der Haut und des Bindegewebes, welche zu Zerreißen der Haut, Überstreckbarkeit der Gelenke, Herzklappenschäden, Aortenaneurysma und abnormer Blutungsneigung führen kann.
Die betroffenen Patienten haben eine normale Lebenserwartung, sollten jedoch regelmäßig Herz und Gefäße untersuchen lassen.

Eierstock
Der Eierstock zählt zu den primären weiblichen Geschlechtsorganen. Es handelt sich hierbei um ein ca. walnußgroßes, paarig angelegtes Organ, welches sich im kleinen Becken der Frau befindet. Die Eierstöcke regulieren den weiblichen Zyklus, produzieren den Großteil weiblicher Geschlechtshormone und dienen als Aufbewahrungsort für die Eizellen. Jeweils einmal pro Zyklus reift im Ovar eine Eizelle heran, um dann beim Eisprung das Ovar zu verlassen und über den Eileiter in die Gebärmutter zu gelangen.

Eierstockkrebs
Als Eierstockkrebs bezeichnet man die bösartige Veränderung der Eierstöcke. Betroffen sind Frauen oft nach der Menopause, es gibt familiäre Häufungen. Eierstockkrebs macht meist geringe oder unspezifische Beschwerden, weshalb er oft erst sehr spät erkannt wird. Dementsprechend ist die Prognose eher schlecht. Eine regelmäßige Vorbeugeuntersuchung ist die beste Therapie, allerdings stehen natürlich diverse Behandlungskonzepte zur Verfügung. Ist ein Tumor diagnostiziert, dann sollte er möglichst rasch und vollständig entfernt werden.

Eierstockzyste
Eine Eierstockzyste ist eine relativ häufig vorkommende Raumforderung in den Eierstöcken. Sie macht meist keine Probleme und wird oft nur zufällig mittels Ultraschall diagnostiziert. Gefährlich wird sie, wenn sie eine gewisse Größe erreicht, da es dann zu einer Drehung des Ovars kommen kann. Hierbei dreht sich der Eierstock einmal um sich selbst und klemmt dadurch die Blutzufuhr ab. Die Folge sind stärkste Schmerzen im Unterbauch. Eine stielgedrehte Eierstockszyste muss sofort operiert werden, um Komplikationen zu vermeiden.

Eigenbluttherapie
Die Eigenbluttherapie gehört zu den alternativen Heilverfahren. Es handelt sich hierbei um ein Verfahren zur Stimulation des Immunsystems und des Stoffwechsels. Hierbei wird Venenblut des Patienten entnommen und entweder unverändert oder nach einer Verarbeitung (UV-Bestrahlung, Potenzierung u.v.m.) wieder in die Muskulatur oder unter die Haut zurückgespritzt. Durch dieses Verfahren wird das Immunsystem angeregt, was eine Besserung des psychischen sowie des körperlichen Allgemeinbefindens bewirkt. Auch Schmerzen, Entzündungen und Fieber können hierdurch vermindert werden.

Eileiter
Der Eileiter ist eine schmale, röhrenförmige Struktur, welcher im Körper den Eierstock mit der Gebärmutter verbindet. Er ermöglicht nach dem Eisprung den Transport des Eis in die Gebärmutter, wo es befruchtet werden und sich einnisten kann. Der Eileiter befindet sich zwar in unmittelbarer Nähe des Eierstocks, ist mit diesem aber nicht verbunden, was erklärt, warum es in seltenen Fällen zu Bauchhöhlenschwangerschaften kommen kann. In etwa 1 von 150 Fällen kann es auch zu einer Eileiterschwangerschaft kommen. Hier nistet sich die befruchtete Eizelle im Eileiter ein. Dies kann für die Frau lebensgefährlich sein.

Eileiterschwangerschaft
Die Eileiterschwangerschaft ist die häufigste Form der Extrauteringravidität. Hierbei nistet sich die befruchtete Eizelle nicht wie vorgesehen in der Gebärmutter ein, sondern verbleibt im Eileiter. Bei zunehmender Größe des Embryos kommt es zu starken Beschwerden für die Mutter. Eine Eileiterschwangerschaft stellt einen Notfall dar, da ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht. Sie muss daher sofort erkannt und medizinisch behandelt werden. Eine Eileiterschwangerschaft kann nicht ausgetragen werden.

Einlagen
Schuheinlagen dienen der orthopädischen Korrektur von Fehlstellungen des Fußes. Je nach Fehlstellung werden verschiedene Formen und Materlialien bei der Anpassung der Einlagen verwendet. Gründe für eine Behandlung mit orthopädischen Einlagen können bzw. Spreizfuß, Senkfuß, Plattfuß oder Hallux valgus sein. Einlagen können für mehrere Aufgaben angepasst werden, zu denen neben der Korrektur von Fehlstellungen auch die Dämpfung des Auftritts oder die Gleichverteilung des Drucks auf die Füße gehören. Zur Prävention von Fußfehlstellungen werden nicht selten Fußgymnastik oder häufiges Barfußlaufen empfohlen.

Einzelknopfnaht
Die Einzelknopfnaht ist eine Form der chirurgischen Hautnaht, bei der einer oder mehrere einzelne Knoten gesetzt werden. Der Vorteil ist, dass bei Entzündung oder Komplikationen einzelne Stiche wieder eröffnet werden können. Allerdings bleiben an Ein- und Austrittsstelle kleine punktförmige Narben zurück. Die Einzelknopfnaht ist das Standardverfahren zum Wundverschluss, bei kosmetischen Narben wird allerdings die Intrakutannaht bevorzugt (siehe "Intrakutannaht").

Eisen
Eisen ist ein essentielles Spurenelement und im menschlichen Körper vor allem für die Blutbildung wichtig. Es ist im Blutfarbstoff Hämoglobin enthalten und sorgt für den Sauerstofftransport im Blut. Eisenmangel tritt häufig bei Frauen auf und ist in der Regel mit Blutverlust verbunden. Bei Männern kann eine Eisenmangelanämie auf eine versteckte Blutung (z.B. Darmblutung) hinweisen.
Eine Eisenvergiftung entsteht bei der Hämochromatose (siehe "Hämochromatose"). Hier kann ein gezielter Blutverlust, z.B. mittels Aderlass, den Vergiftungssymptomen entgegenwirken.

Eisenmangelanämie
Die Eisenmangelanämie ist weltweit die häufigste Anämieform. Durch Eisenmangel ist die Produktion von rotem Blutfarbstoff, dem Hämoglobin, gestört. Dieser bindet und transportiert im Körper Sauerstoff. Bei Eisenmangel erhalten die Muskeln und Organe demenstprechend zu wenig Sauerstoff. Daher ist der Körper wenig belastbar und die Patienten fühlen sich schlapp und müde. Die Beschwerden sind nach Gabe von Eisenpräparaten rasch rückläufig.

Eisprung
Jeweils einmal pro Zyklus des weiblichen Körpers kommt es zur Heranreifung einer Eizelle. Ist diese reif, dann wird sie beim so genannten Eisprung aus dem Eierstock ausgestoßen und in den Eileiter befördert. Dieser Vorgang wird durch Hormone gesteuert. Der Eisprung findet ca. 14 Tage vor Einsetzen der Menstruation statt und ist der Zeitpunkt der höchsten Fruchtbarkeit der Frau.

Eiter
Eiter ist eine vom Körper produzierte Flüssigkeit, die im Rahmen von Entzündungen entstehen kann. Er besteht im Wesentlichen aus Abwehrzellen des Immunsystems, den Leukozyten, aus abgestorbenen Bakterien und Schmutz oder Fremdkörpern, falls sich diese in der Wunde befanden.
Entgegen mancher noch immer weit verbreiteter Meinungen ist Eiter kein günstiges Zeichen und sollte immer bekämpft werden. Er zeigt immer an, dass es sich um eine Entzündung handelt, mit der der Körper nicht ohne Weiteres fertig wird. Je nach Ort und Ursache der Eiterbildung sollte daher dementsprechend eingegriffen werden, deshalb ist bei längerer oder vermehrter Eiterbildung ein Arztbesuch sinnvoll. Befindet sich Eiter in einem abgekapselten Hohlraum im Körper, so wird er als Abszeß oder Furunkel bezeichnet.

EKG
Das EKG ist eine Möglichkeit, die Aktivität des Herzens über Sensoren abzuleiten und als Diagramm sichtbar zu machen. Es ist schmerzfrei und harmlos und ist bei Herz-Kreislauf-Problematik Mittel der Wahl. Häufig wird zusätzlich zum normalen EKG zur weiterführenden Diagnostik ein Langzeit- oder Belastungs-EKG durchgeführt.

Eklampsie
Bei einer Eklampsie kommt es zu schwangerschaftsbedingtem Auftreten von Krämpfen, welche vorwiegend während der Geburt ausgelöst werden und manchmal mit Bewusstseinsverlust einhergehen. Da die Krämpfe sowohl für die Mutter als auch für das Kind lebensgefährlich sein können, müssen sie sofort medikamentös behandelt und das Kind evtl. frühzeitig zur Welt gebracht werden. Wegen der guten Schwangerschaftsvorsorge ist eine Eklampsie heute sehr selten geworden, da sie immer als Komplikation einer Gestose (siehe „Gestose“) auftritt, welche sehr gut diagnostiziert und behandelt werden kann. Meist wird das Kind bei bestehende Gestose mittels eines geplanten Kaiserschnitts zur Welt gebracht, um eine Eklampsie zu vermeiden.

Ektropium
Bei einem Ektropium handelt es sich um eine Augenlidfehlstellung, bei der sich das untere Augenlid nach außen dreht. Häufig tritt ein Ektropium bei älteren Menschen auf, wo es durch Nachlassen der Muskelspannung um das Auge begünstigt wird. Durch ein Ektropium kann es zum vermehrten Tränenfluss des betroffenen Auges kommen, häufig trocknet mit der Zeit die Bindehaut aus. Ein Ektropium kann chirurgisch gut behoben werden.

Ekzem
Als Ekzem bezeichnet man eine juckende, oft auch rote und nässende Hautentzündung, die nicht ansteckend ist. Als Ursachen kommen neben Allergien auch Neurodermitis oder Infektionskrankheiten in Betracht. Ein akutes Ekzem mit erkennbarer Ursache verschwindet meist, wenn die Ursache behoben (das Allergen vermieden, die Infektion ausgeheilt,…) wird, ein Ekzem ohne erkennbare Ursache ist oft langwieriger, lässt sich jedoch z.B. mit kortisonhaltigen Cremes gut bekämpfen.

Elektrokrampftherapie
Die Elektrokrampftherapie, kurz EKT, ist ein bis heute in der Bevölkerung umstrittenes Verfahren, welches in der Psychiatrie angewandt wird. Hierbei wird unter Vollnarkose mittels Strom bei dem Patienten ein Krampfanfall ausgelöst. Der Patient spürt - entgegen einer weitverbreiteten Meinung - hiervon nichts. Die EKT ist ein wirksames Verfahren bei der Behandlung bestimmter psychischer Erkrankungen. Der genaue Wirkmechanismus ist jedoch nach wie vor nicht geklärt. In der Regel gehen mit ihr weniger Nebenwirkungen einher als mit den meisten Psychopharmaka. Durch einige Filme, die ein verzerrtes oder veraltetes Bild von ihr zeigen, ist sie sehr in Verruf geraten und wurde etliche Jahre gar nicht durchgeführt. Wegen ihrer guten Erfolge ist sie jedoch heutzutage wieder Mittel der Wahl bei manchen psychischen Krankheiten. Die Nebenwirkungen sind wenige, hauptsächlich kann es zu Kopfschmerzen sowie zu einem kurzzeitigen Gedächtnisverlust kommen.

Elektrotherapie
Als Elektrotherapie bezeichnet man die Anwendung von elektrischem Strom in der Medizin. Hierzu zählt unter anderem die Reizstromtherapie. Während der Elektrotherapie durchfließen Gleich- oder Wechselströme den Körper. Zum Teil findet die Anwendung in einem Wasserbad statt. Elektrotherapie wird besonders oft bei Nervenschädigungen eingesetzt, um die Muskeln in der betroffenen Region zu stimulieren und so einer Muskelatrophie vorzubeugen.

Elephantiasis
Als Elephantiasis wird eine Erkrankung der Lymphwege bezeichnet. Hierbei kommt es durch mangelnden Lymphabfluss zu einer abnormen Vergrößerung des betroffenen Körperteils. Neben einer genetischen Veranlagung kann auch eine Infektion mit Fadenwürmern, die vor allem in den Tropen vorkommen und durch Moskitos übertragen werden, diese Krankheit auslösen. Eine Heilung existiert derzeit nicht, abnorm vergrößerte Körperteile können jedoch chirurgisch verkleinert und korrigiert werden.

Embolie
Als Embolie bezeichnet man den plötzlich autretenden Verschluss eines Blutgefäßes durch einen Fremdkörper, der als Embolus bezeichnet wird. Meistens handelt es sich hierbei um ein Blutgerinnsel, es existieren jedoch auch Fett- und Luftembolien. Die Organe, die von dem betroffenen Gefäß versorgt werden, erhalten bei einer Embolie nicht mehr genügend sauerstoffreiches Blut, was sich in Funktionsausfällen des Organs und starken Schmerzen äußert. Die Lungen- und die Hirnembolie sind besonders gefährlich und enden ohne rechtzeitige Behandlung meist tödlich.

Embryo
Als Embryo bezeichnet man ein Lebewesen in den Frühstadien seiner Entwicklung. Beim Menschen nennt man die Leibesfrucht in der ersten bis neunten Woche Embryo. Nach Ausbildung der inneren Organe wird das zukünftige Kind dann von der neunten Schwangerschaftswoche bis zur Geburt als Fetus oder Fötus bezeichnet.
Dies hat unter anderem für die Rechtsprechung Relevanz: während die Forschung an menschlichen Embryonen und embryonalen Stammzellen in manchen Staaten (jedoch nicht in Deutschland) erlaubt ist, ist die Forschung am Föten bisher fast überall noch strikt verboten.

Empfängnisverhütung
Als Empfängnisverhütung bezeichnet man verschiedene Methoden, die sicherstellen sollen, dass es beim Geschlechtsverkehr nicht zu einer Schwangerschaft der Frau kommt. Man unterscheidet hierbei die natürlichen Kontrazeptiva, wie z.B. die Temperatur-, Kalender- oder Zervixschleimmethode; mechanische Methoden, wie das Kondom oder das Intrauterinpessar; hormonelle Verhütung, z.B. durch die Antibabypille (siehe „Antibabypille“), den Vaginalring, ein Hormonimplantat oder –pflaster; sowie chemische Methoden wie spermienabtötende Zäpfchen oder Vaginalschaum. Die Sicherheit der einzelnen Verhütungsmethoden wird mittels des sogenannten Pearl-Index (siehe „Pearl-Index“) angegeben. Die sicherste Möglichkeit der Empfängnisverhütung stellt die Sterilisation des Mannes oder der Frau dar (siehe „Sterilisation“), die jedoch nur schwer rückgängig zu machen ist. Nur das Kondom schützt zusätzlich vor der Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten sowie HIV oder Hepatitis.

Empyem
Als Empyem bezeichnet man in der Medizin eine Eiteransammlung in einer bereits bestehenden Körperhöhle. So kann es durch eine bakterielle Infektion z.B. zu einem Gallenblasenempyem, einem Pleuraempyem oder einem Gelenkempyem kommen. Da eine akute Entzündung vorliegt, geht ein Empyem häufig mit Fieber einher. Die Therapie besteht meistens aus einer chirurgischen Reinigung in Kombination mit der Gabe von Antibiotika.

Enanthem
Als Enanthem bezeichnet man in der Medizin einen fleckigen, oft geröteten Ausschlag im Bereich der Schleimhäute. Besonders häufig sind Enantheme im Mund- und Rachenbereich. Ein Enanthem tritt oft im Rahmen einer Infektionskrankheit, z.B. bei Masern, Röteln oder Scharlach, auf.

Endokarditis
Eine Endokarditis ist eine Entzündung der Herzinnenhaut und der Herzklappen. Es handelt sich hierbei um eine durch Bakterien oder Viren verursachte Herzschädigung, die unbehandelt fast immer tödlich endet. Für herzgesunde Menschen ist das Risiko, an einer Endokarditis zu erkranken, sehr gering. Bei vorgeschädigtem Herzen bedeutet hingegen jeder noch so kleine Eingriff (z.B. Zahnarzt, Darmspiegelung) die Gefahr einer Endokarditisinfektion. Menschen, bei denen eine Herzerkrankung bereits bekannt ist, sowie Patienten mit künstlichen Herzklappen sollten daher immer einen Endokarditispass bei sich tragen. Im Falle eines nötigen Eingriffs kann vom behandelnden Arzt dann eine Endokarditisprophylaxe in Form hochdosierter Antibiotika durchgeführt werden. Die Symptome einer Endokarditis sind relativ unspezifisch: Fieber, evtl. Herzgeräusche, Abgeschlagenheit und Wassereinlagerung.

Endokrinologie
Die Endokrinologie gehört zur Inneren Medizin und ist der Bereich, welcher sich vorwiegend mit den Drüsen des Körpers und ihren Krankheiten beschäftigt. Endokrinologen behandeln also u.a. Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes und andere Bauchspeicheldrüsenprobleme, Wachstumsstörungen und hormonelle Ungleichgewichte. Auch die Drüsen des Gehirns (Zirbeldrüse, Hypophyse etc.) können krankhaft verändert sein und zu Stoffwechselstörungen und anderen Problemen führen. Endokrinologen können solche Krankheiten erkennen und so gut wie möglich therapieren, wobei je nach Erkrankung Medikamente oder eine Operation sinnvoll sind, welche dann jedoch von einem Chirurgen durchgeführt wird. 

Endometriose
Die Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Krankheiten. Es handelt sich hierbei um versprengte Gebärmutterschleimhaut, welche sich am Darm, im Unterbauch, aber auch an den Lungen befinden kann. Zyklusabhängig kommt es bei diesen Schleimhautinseln zu Blutungen, welche sehr schmerzhaft sein können. Aus nicht vollständig geklärter Ursache sind Frauen, die unter Endometriose leiden, häufig unfruchtbar.
Große Endometrioseherde können chirurgisch verödet werden, anschließend kann durch eine spezielle Hormontherapie versucht werden, die Endometriose zu bekämpfen. Sehr wirksam ist es auch, schwanger zu werden, da durch den veränderten Hormonstatus die Herde häufig verschwinden. Allerdings benötigen viele der betroffenen Frauen medizinische Hilfe, um schwanger werden zu können. Hierbei kann eine In-vitro-Fertilisation sinnvoll sein.

Endoprothese
Endoprothesen sind Implantate, welche langfristig im Körper bleiben und meistens die Funktion von Gelenken übernehmen. Sie werden verwendet, wenn ein Gelenk z.B. durch Arthrose, Rheuma oder einen Tumor zerstört ist und seiner Funktion nicht mehr nachkommen kann. Am bekanntesten und häufigsten sind die künstlichen Hüftgelenke, es gibt inzwischen jedoch auch künstliche Knie-, Schulter-, Sprunggelenks-, Handgelenks- und Fingergelenksprothesen. Endoprothesen müssen operativ nach Entfernung des zerstörten Gelenks in den Körper eingebracht werden und dort mechanisch oder durch Zement im Knochen fixiert werden. Wichtig ist, dass die Patienten nach der Operation sofort die Bewegung des neuen Gelenks trainieren, damit dieses nicht steif wird. Mit guter Krankengymnastik und Rehabilitation können die Patienten lernen, mit ihren neuen Gelenken wieder alle Bewegungen auszuführen.

Endoskop
Ein Endoskop ist ein medizinisches Gerät, mit dessen Hilfe Körperhöhlen ohne chirurgischen Eingriff sichtbar gemacht werden können. Es besteht im Wesentlichen aus einem starren oder flexiblen Rohr, welches in den Körper eingebracht wird und mit einer Kamera ausgestattet ist. Zusätzlich können über dieses Roh noch andere kleine Geräte eingebracht werden, um z.B. Blutungen zu stillen oder Gewebeproben zu entnehmen. Eine endoskopische Untersuchung ist in der Regel nicht schmerzhaft und kann oft ohne Narkose durchgeführt werden.

Enkopresis
Das häufige unwillkürliche Absetzen kleiner Mengen von hartem Stuhl bezeichnet man als Enkopresis. Enkopresis tritt meist im Kindes- und Jugendalter auf und kann verschiedenste Ursachen haben. Neben psychischer Belastung spielen auch Reifestörungen des Darmes und genetische Faktoren eine Rolle. Die Therapie beinhaltet daher sowohl psychische als auch hygienische Beratung und Toilettentraining.

Enterisches Nervensystem
Das enterische Nervensystem ist Teil des vegetativen Nervensystems und bezeichnet die Gesamtheit der Nerven im Magen-Darm-Trakt. Es besitzt vier- bis fünfmal mehr Neuronen als das Rückenmark und arbeitet weitgehend autonom. Es reguliert die Darmbewegung, die Sekretion von Verdauungsenzymen und die Durchblutung der Darmwand.

Enterohämorrhagische E. coli
Enterohämorrhagische Escherichia coli sind eine Gruppe von hochinfektiösen Darmbakterien. Sie können beim Menschen gefährliche, blutige Durchfälle auslösen und werden vorwiegend über Milch und rohes Fleisch übertragen. Auch eine Mensch-zu-Mensch-Infektion ist möglich. Eine gefährliche Komplikation der EHEC-Infektion kann das Nierenversagen sein, welches vor allem bei Kindern in Form eines HUS (siehe "Hämolytisch-urämisches Syndrom") auftreten kann und ein häufiger Grund für Dialysepflichtigkeit im Kindesalter ist.

Entropium
Das Entropium ist eine Fehlstellung meist des unteren Augenlids. Hierbei dreht sich das Augenlid nach innen, so dass die Wimpern über die Hornhaut kratzen. Dies kann zu Hornhautschäden führen, die schlimmstenfalls eine Hornhauttransplantation nötig machen, da sonst Erblindung droht. Ein Entropium sollte daher rechtzeitig chirurgisch korrigiert werden. Dies ist ein kleiner Eingriff, bei dem das Unterlid etwas gekürzt wird. Danach ist das Problem in der Regel behoben.

Entzugssyndrom
Als Entzugssyndrom bezeichnet man ein Krankheitsbild, welches nach Absetzen von Suchtmitteln auftreten kann. Dieses äußert sich vor allem durch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schlafstörungen, Halluzinationen, Krampfanfälle und psychische Veränderungen (oft in aggressiver Richtung). Es kann jedoch auch zu lebensbedrohlichen Herz-Kreislaufstörungen kommen. Die alte Methode des "cold turkey"-Entzugs wird daher heutzutage nur noch selten angewandt. Ein Drogenentzug sollte immer unter engmaschiger medizinischer Überwachung und wenn nötig mit Medikamentengabe durchgeführt werden.

Enzym
Enzyme sind Proteine, welche eine bestimmte chemische Reaktion beschleunigen, ohne dabei selbst verbraucht zu werden. Sie werden vom Körper benötigt, um seine Funktionen aufrechterhalten zu können. Besteht ein Enzymmangel, erblich oder durch Mangelernährung, dann kann dies schwerwiegende Stoffwechselstörungen zur Folge haben. Viele Medikamente hemmen oder verstärken körpereigene Enzyme, um so die Krankheit zu bekämpfen.

Eosinophilie
Als Eosinophilie bezeichnet man die Erhöhung von eosinophilen Granulozyten , einer Sonderform von weißen Blutkörperchen, im Blut. Eosinophile Granulozyten erhöhen sich insbesondere bei Allergien oder parasitären Erkrankungen. Eine leichte Erhöhung kann auch einer schweren Erkrankung folgen, man spricht hier von der "Morgenröte der Genesung".

Epidermolysis bullosa
Epidermolysis bullosa ist eine angeborene Hautkrankheit, die erblich bedingt ist. Durch eine veränderte Struktur der Hautschichten kommt es ständig zu Ablösungen und Blasenbildung. Oft heilen diese Wunden unter Narbenbildung ab. Von der Erkrankung betroffen sind auch die Schleimhäute, was unangenehme Folgen haben kann (z.B. in Speiseröhre und Magen). Eine Spätkomplikation der Epidermolysis bullosa kann Hautkrebs sein. Eine Heilung für E.b. existiert derzeit wie bei allen Erbkrankheiten nicht, sie ist jedoch NICHT ansteckend!

Epiduralblutung
Die Epiduralblutung ist eine Form von Hirnblutung. Hierbei entsteht meist durch ein Schädel-Hirn-Trauma eine Blutung zwischen der harten Hirnhaut und dem Schädel. Es kommt zunehmend zu Übelkeit, Erbrechen und Bewusstseinseintrübung. Eine Epiduralblutung stellt immer einen Notfall dar und muss sofort medizinisch betreut werden. Meist wird ein chirurgischer Eingriff vorgenommen, bei dem zur Druckentlastung Löcher in die Schädeldecke gebohrt werden.

Epikanthus
Als Epikanthus bezeichnet man in der Medizin eine angeborene Hautfalte im inneren Augenwinkel. Diese kann ein physiologisches Merkmal bei Kindern sowie vielen asiatischen Völkern sein, bei Kindern ab sechs Jahren sowie Erwachsenen nichtasiatischer Abstammung deutet ein Epikanthus jedoch auf eine genetische Auffälligkeit hin. Die häufigste nichtphysiologische Ursache für einen Epikanthus ist die Trisomie 21.

Epikutantest
Der Epikutantest ist eine hautärztliche Untersuchung, bei der auf eine Kontaktsensibilisierung der Haut auf einen bestimmten Stoff hin untersucht wird. Hierbei wird die zu untersuchende Substanz (Creme, Shampoo, Chemikalie...) auf die Haut aufgetragen und für 48 Stunden luftdicht abgeklebt auf der Haut belassen. Danach wird die allergische Reaktion der Haut beurteilt.

Epilepsie
Die Epilepsie ist eine Erkrankung, bei der es zu starken elekrischen Entladungen im Gehirn kommt. Diese Entladungen treten anfallsartig auf und können verschiedene Symptome zeigen. Je nach Bewußtseinszustand des Patienten und Dauer des Anfalls werden die Krämpfe als Petit mal, Grand mal, Absence u.a. bezeichnet. Häufige Symptome sind Stürzen, Krämpfe der Hände und Füße, vermehrter Speichelfluß und Zuckungen am ganzen Körper. Nach Abklingen des Anfalls fallen die Patienten oft in tiefen Schlaf. Nur in manchen Fällen lässt sich für die Epilepsie eine Ursache, z.B. ein Hirnschaden, ein Tumor oder eine Stoffwechselerkrankung, finden. Epilepsie kann in jedem Lebensalter auftreten und ist bisher nicht heilbar. Durch dauerhaft eingenommene Medikamente lassen sich die Anfälle jedoch verringern; es kann auch zu einer völligen Anfallsfreiheit kommen.

Epipharynx
Der Begriff "Epipharynx" stammt aus dem Lateinischen und bezeichnet in der Medizin den Nasenrachenraum. Ein weiteres Synonym hierfür ist "Nasopharynx". Weiteres siehe "Nasenrachenraum".

Epispadie
Eine Epispadie ist eine angeborene Fehlbildung des Penis. Hierbei mündet die Harnröhre in einer Rinne an der Oberseite des Penis. Epispadien sind angeboren, können jedoch meist im ersten Lebensjahr operativ gut behoben oder korrigiert werden.

Erb-Punkt
Der Erbsche Punkt ist eine Stelle auf dem Thorax, wo alle Herztöne und mögliche Herzgeräusche über das Stethoskop gemeinsam zu hören sind. Dieser Punkt befindet sich im 3. Intercostalraum (Bereich zwischen der 3. und 4. Rippe) links neben der Brustbein. Um die verschiedenen Herztöne differenzieren zu können, sollte der Arzt neben dem Erbschen Punkt noch weitere Stellen abhören.

Erbkrankheit
Der Begriff Erbkrankheit ist eine Sammelbezeichnung für alle Erkrankungen, welche durch Veränderungen an den Genen hervorgerufen werden und vererbbar sind. Generell unterscheidet man drei verschiedene Erbgänge: autosomal-rezessive Krankheiten entstehen erst dann, wenn die veränderte Geninformation sowohl von der väterlichen als auch von der mütterlichen Seite an das Kind weitergegeben werden. Ist nur ein Gen erkrankt, so zeigen sich nach außen keine Auswirkungen. Hierzu zählt z.B. die Mukoviszidose.
Im Gegensatz dazu genügt bei autosomal-dominanten Erkrankungen ein defektes Gen, um die Krankheit hervorzurufen.
Eine Ausnahme bilden gonosomale Erbkrankheiten. Hier liegen die Defekte auf den Geschlechtschromosomen, meist auf dem X-Chromosom. Dies wird häufig bei Mädchen durch ein gesundes X-Chromosom ausgeglichen, Jungen besitzen nur ein X-Chromosom und erkranken daher häufiger. Hierzu zählt z.B. die Rot-Grün-Sehschwäche.
Die Diagnose einer Erbkrankheit wird meist durch einen Humangenetiker gestellt. Erbkrankheiten sind derzeit nicht heilbar, man kann in vielen Fällen jedoch die Symptome sehr gut behandeln. Auf die Weitervererbbarkeit dieser Erkrankung hat das natürlich keinen Einfluss.

ERCP
Die ERCP ist in der Inneren Medizin eine endoskopische Methode, die diagnostischen und therapeutischen Zwecken dient. Es handelt sich hierbei um eine Art "Gallengangsspiegelung". Unter Sicht wird das Endoskop über den Magen in den Zwölffingerdarm und hier in den gemeinsamen Ausführungsgang von Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse vorgeschoben. Durch die Gabe von Kontrastmittel kann nun im Röntgenbild gesehen werden, ob Engstellen, Tumoren oder Gallensteine den Ausführungsgang versperren und wenn ja, an welcher Stelle. Ggf. können durch das Endoskop Steine zertrümmert und entfernt oder ein Stent zu Weiten der Engstelle eingeführt werden.

Ergotherapie
Die Ergotherapie ist eine Behandlungsmethode, die Menschen mit eingeschränkten motorischen oder psychischen Fähigkeiten behandelt, um fehlende Fähigkeiten einzuüben und eine möglichst große Selbständigkeit zu erzielen. Tätigkeiten des Alltags werden hier eingeübt und an die veränderte körperliche oder psychische Fähigkeit angepasst. Ergotherapie beinhaltet häufig Wasch- und Anziehtraining sowie Kochen, Malen etc.
Die Kosten für eine Ergotherapie werden bei Verordnung durch den behandelnden Arzt in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

Ermüdungsbruch
Als Ermüdungsbruch bezeichnet man eine unvollständige Fraktur des Knochens durch Mikrotraumen bei ungewohnter Überanstrengung (sog. "Marschfraktur") des Gewebes. Er äußert sich durch plötzlichen, starken Schmerz, Rötung, mangelnde Belastbarkeit und Schwellung. Eine Heilung zieht sich oft lange hin und kann vor allem durch Fixierung des Knochens und Entlastung erzielt werden.

Erröten
Das Erröten ist ein physiologischer Vorgang, der sich vorwiegend auf Gesicht und Hals beschränkt und durch Nervenzellen des Sympathikus reguliert wird. Es entsteht eine kurzzeitig vermehrte Blutzufuhr mit Temperaturerhöhung. Bei Menschen mit hellem Teint ist das Erröten oft stärker ausgeprägt als bei Menschen mit dunklerer Hautfarbe.

Erysipeloid
Der Begriff "Erysipeloid" stammt aus dem lateinischen und bezeichnet den Schweinerotlauf, eine Entzündung der Haut und Unterhaut, die durch Schweine übertragen wird. Weiteres siehe "Schweinerotlauf".

Erythem
Als Erythem bezeichnet man in der Medizin eine krankheitsbedingte Rötung der Haut, welche durch eine Mehrdurchblutung an dieser Stelle entsteht. Sie verschwindet unter Druck und geht oft mit einer deutlichen Überwärmung einher. Ein Beispiel für ein Erythem ist der leichte Sonnenbrand. Erytheme treten aber auch im Rahmen von Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes (siehe "Lupus erythematodes") auf.

Erythema chronicum migrans
Der Begriff "Erythema chronicum migrans" stammt aus dem Lateinischen und bezeichnet in der Medizin einen ringförmigen, roten Hautausschlag, der häufig als Frühsymptom der durch die Zecke übertragenen Borreliose auftritt. Weiteres siehe "Wanderröte".

Erythema infectiosum acutum
Die Ringelröteln, eine häufige und meist harmlose Kinderkrankheit, werden auch als Erythema infectiosum acutum bezeichnet. Weiteres siehe "Ringelröteln".

Erythrasma
Das Erythrasma ist eine gutartige Hautkrankheit, welches durch den Erreger Corynebacterium minutissimum hervorgerufen wird. Es entstehen runde, scharf begrenzte, rötlich-braune Flecken, die schuppen können. Juckreiz ist jedoch selten.
Ein Erythrasma entsteht besonders häufig in Hautfalten, die zu erhöhter Schweißbildung neigen, wie Genitalregion, Achseln und (bei Frauen) unterhalb der Brust. Es tritt vor allem bei Männern auf sowie bei Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben.
Das Erythrasma lässt sich mit speziellen Cremes und Antibiotika gut behandeln.

Erythromycin
Erythromycin gehört zur Gruppe der Makrolid-Antibiotika und hat ein breites Spektrum, vor allem gegen grampositive Keime und Anaerobier. Es ist allgemein gut verträglich und wird von dieser Substanzklasse am häufigsten eingesetzt. Unter anderem ist es ein gut wirksames Präparat in der Aknetherapie.

Erythrozyten
Die roten Blutkörperchen des Körpers heißen auch Erythrozyten. Sie enthalten den Blutfarbstoff Hämoglobin und einen Eisenkern. Ihre Hauptaufgabe besteht im Sauerstofftransport. Einen Mangel an Erythrozyten bezeichnet man als Anämie oder Blutarmut (siehe "Blutarmut"). Bei akutem oder chronischem Erythrozytenmangel können Erythrozytenkonzentrate transfundiert werden.

Erythrozytenkonzentrat
Die häufigste Form der Bluttransfusion ist das Erythrozytenkonzentrat. Hierbei werden aus dem gespendeten Blut nur die Erythrozyten oder roten Blutkörperchen isoliert und der Rest des Blutes dem Spender zurück infundiert. Die Erythrozyten werden meist tiefgekühlt und können so über eine längere Zeit aufbewahrt werden. Bei starkem Blutverlust durch Unfall oder Operation können Erythrozytenkonzentrate der selben Blutgruppe gegeben werden, um einen Kreislaufzusammenbruch zu verhindern und den Sauerstofftransport im Blut zu gewährleisten.

Escharotomie
Die Escharotomie ist ein chirurgisches Verfahren, welches vor allem bei Schwerbrandverletzten Verwendung findet. Verbrannte Haut am Rumpf, an Armen oder Beinen hat ab einem bestimmten Verbrennungsgrad jegliche elastische Qualität verloren. Sie ist hart und starr, was zu Atemnot am Rumpf bzw. Durchblutungsstörungen an Armen oder Beinen führen kann. Daher wird die Haut im verbrannten Bereich mit einem Schnitt vollständig durchtrennt. Meistens muss später zusätzlich noch eine Hauttransplantation erfolgen.

Esmarch-Handgriff
Der Esmarch-Handgriff ist eine Methode in der Notfallmedizin, die die Beatmung bei bewusstlosen, nicht atmenden Patienten verbessern soll. Hierbei wird der Kopf nach hinten überstreckt und der Unterkiefer nach oben gepresst. Dies bewirkt eine optimale Öffnung der Luftröhre und verhindert, dass die Zunge nach hinten fällt und die Luftröhre verschließt.

Essstörung
Essstörungen sind Verhaltensstörungen, die häufig Suchtcharakter zeigen und bei denen das Thema "Essen" im Mittelpunkt steht. Allen Essstörugen gemeinsam ist, dass die Gedanken der Betroffenen praktisch unentwegt um Essen kreisen und sie sich diesem Thema in allen Lebensbereichen unterwerfen. Hierbei können sowohl die Nahrungsaufnahme (binge eating disorder, Bulimie) als auch die Nahrungsvermeidung und -verweigerung (Anorexia nervosa) zentrales Thema sein. Essstörungen zählen zu den psychosomatischen Erkrankungen und sollten umgehend behandelt werden, um schwerwiegende körperliche und seelische Schäden zu vermeiden bzw. zu minimieren.

Europäische Schlafkrankheit
Die europäische Schlafkrankheit, auch als Encephalitis lethargica bekannt, ist eine Form der Enzephalitis, die sich vorwiegend in Lethargie, Schlafattacken und Parkinsonismus äußert. Zu den Komplikationen zählt vor allem eine sehr schwere postenzephalitische Bewusstseins- oder Bewegungsstörung, die mit dem Wachkoma vergleichbar ist. Die letzte große Epidemie war Anfang des 20. Jahrhunderts; von seinen Erfahrungen mit diesen Patienten berichtet der Neurologe Oliver Sacks in seinem später verfilmten Buch "Zeit des Erwachens".

Evozierte Potenziale
Evozierte Potenziale sind in der Neurologie eine Untersuchungsmethode, mit der die Funktionsfähigkeit von Nerven getestet werden kann. Evozierte Potenziale können visuell, akustisch, körperlich oder motorisch ausgelöst werden und werden über ein spezielles Gerät aufgezeichnet. Sind keinerlei evozierten Potenziale mehr messbar, so gilt dies als Hirntod.

Exanthem
Als Exanthem bezeichnet man in der Medizin einen akut auftretenden Hautausschlag, welcher häufig eine Begleiterscheinung einer Infektionskrankheit (z.B. Röteln, Scharlach, Masern, Windpocken) ist. Ein Exanthem kann jedoch auch bei Arzneimittelunverträglichkeit als Zeichen einer Allergie auftreten. So entsteht beispielsweise aus bisher ungeklärter Ursache immer ein Exanthem, wenn bei Pfeiffer'schem Drüsenfieber fälschlicherweise Amoxicillin verabreicht wird.

Exploration
Die Exploration ist in der Medizin ein psychiatrisches Gespräch, in dessen Verlauf der behandelnde Arzt versucht, herauszufinden, ob, und wenn ja, in welcher Form der Patient unter einer psychischen Erkrankung leidet. Hierbei erhebt der Arzt zunächst wie in anderen Bereichen der Medizin auch eine Anamnese (siehe "Anamnese"). Anschließend kann er verschiedene Tests verwenden, um die Konzentrationsfähigkeit, das Gedächtnis und die Bewusstseinslage des Patienten zu prüfen. Eine Exploration muss sehr gründlich durchgeführt werden, um eine begründete Diagnose stellen zu können.

Exsikkose
Als Exsikkose wird eine Austrocknung des Körpers durch Verminderung des Körperwassers bezeichnet. Die häufigsten Ursachen hierfür sind langanhaltendes Erbrechen, starke Durchfälle sowie mangelndes Durstempfinden und mangelnde Flüssigkeitsaufnahme (z.B. unter Drogen oder bei älteren Personen). Zu den typischen Symptomen einer Exsikkose gehören eine mangelnde Elastizität der Haut (man spricht von "stehenden Hautfalten"), Schläfrigkeit, Verwirrtheit, trockener Haut und Schleimhaut, zu niedrigem Blutdruck sowie in schweren Fällen Krampfanfälle. Eine Therapie besteht im Wesentlichen in der Gabe von Flüssigkeit. Die Symptome bilden sich dann meist sehr rasch zurück.

Extrauteringravidität
Der Begriff der Extrauteringravidität steht in der Medizin für alle Schwangerschaften, die sich außerhalb der Gebärmutter einnisten. Insbesondere zählen hierzu die Eileiter- und die Bauchhöhlenschwangerschaft. Bei einer Extrauteringravidität kommt es in der Regel nach einigen Wochen zum Absterben des Embryos, was für die Mutter mit stärksten Schmerzen verbunden sein kann. Hier ist dann ein sofortiger operativer Eingriff notwendig, um starke Blutungen zu vermeiden und das Leben der Mutter nicht zu riskieren. Bauchhöhlenschwangerschaften können in einigen wenigen Fällen ausgetragen und per Kaiserschnitt entbunden werden.

© Meyer-Wagenfeld

F

Faktor-V-Leiden-Mutation
Die Faktor-V-Leiden-Mutation ist eine Veränderung im Erbgut, die autosomal-dominant vererbt wird. Sie bewirkt eine Verminderung der Inaktivierung des Blutgerinnungsfaktors V und fördert somit die Blutgerinnung. Die Mutation stellt den größten genetischen Risikofaktor für die Entwicklung von Thromboembolien dar.

Fallhand
Eine Fallhand entsteht, wenn der Nervus radialis, ein Nerv des Unterarms und der Hand, geschädigt wird. Da dieser Nerv die Streckmuskeln des Handgelenks versorgt, kommt es bei seinem Ausfall zu einer Lähmung eben dieser Muskeln - eine Streckung des Handgelenks ist nicht mehr möglich. Hier muss nun möglichst schnell reagiert werden, um die Funktion soweit wie möglich wieder zu erlangen. Ist der Nerv durchtrennt, kann er genäht werden. Ansonsten muss engmaschig beobachtet werden, ob er sich (z.B. nach einem Quetschtrauma) wieder erholt.

Falschgelenk
Ein Falschgelenk entsteht, wenn ein Knochen nach einem Bruch nicht richtig heilt und beide Bruchkanten bindegewebig miteinander verbunden sind. Sie sind gegeneinander verschieblich, was oft erhebliche Schmerzen verursacht. Die medizinische Bezeichnung für ein Falschgelenk ist Pseudarthrose (siehe "Pseudarthrose").

Familiäre adenomatöse Polyposis
Die familiäre adenomatöse Polyposis (auch FAP genannt) ist eine genetisch bedingte Erkrankung des Dickdarms. Sie wird autosomal-dominant vererbt und führt bei betroffenen Personen ab dem 10. Lebensjahr zu Polypen (siehe "Dickdarmpolypen") im Dickdarm, welche langfristig entarten und Darmkrebs hervorrufen. Da die Wahrscheinlichkeit, dass die Polypen entarten, fast 100% beträgt, besteht derzeit die beste Therapie in der operativen Entfernung des Dickdarms (siehe "Kolektomie") bereits vor Entartung der Polypen.

Fanconi-Anämie
Die Fanconi-Anämie ist eine Erbkrankheit, welche sehr selten auftritt. Sie wird autosomal-rezessiv vererbt. Fanconi-Anämie geht mit einer Vielzahl von Symptomen einher, unter anderem leiden die Patienten häufig an Blutarmut, Leukämie, Knochenfehlbildungen, Minderwuchs und Fehlbildungen der Nieren mit eingeschränkter Organfunktion. Weiterhin besteht ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für viele Arten von Krebs. Als beste Behandlungsstrategie gilt derzeit die Knochenmarkstransplantation.

Farbenblindheit
Die totale Farbenblindheit ist selten. Hierbei fehlen die für das Farbsehen verantwortlichen Zapfen im Auge, es enthält nur die Schwarz-Weiß-Rezeptoren, die Stäbchen. Da die Zapfen jedoch gleichzeitig für eine ausreichende Sehschärfe sorgen, sehen Farbenblinde oft nur sehr unscharf und benötigen eine starke Brille. Außerdem sind ihre Augen ständig auf "Nacht" eingestellt, was bewirkt, dass sie tagsüber rasch geblendet sind und ständig dunkle Sonnenbrillen tragen müssen.
Bei der Farbenblindheit handelt es sich um eine autosomal-rezessive Erbkrankheit (siehe "Erbkrankheit").

Fascia lata
Die Fascia lata ist ein derber, bindegewebiger Streifen an der Außenseite der Oberschenkel. Sie wird aus einer Faszie gebildet und dient der seitlichen Stabilisierung der Oberschenkelmuskulatur. Zur weiteren Verbesserung der Stabilität im Hüftgelenk und Oberschenkel besitzt die Fascia lata ihren eigenen Muskel, den Musculus tensor fasciae latae. Dieser dient der Anspannung der derben Faszie.

Faszie
Eine Faszie ist eine bindegewebige Hautstruktur, die Muskeln umhüllt. Sie gibt dem Muskel Form, Stabilität und Elastizität. Faszien verdichten sich am Ende des Muskels und werden zu Sehnen, mit denen die Muskeln an den Knochen fixiert sind.

Fazialisparese
Bei einer Fazialisparese kommt es zu einer Lähmung des Nervus facialis, welcher für die mimische Muskulatur verantwortlich ist. Typische Symptome sind ein hängender Mundwinkel, mangelnder Mundschluss und Unfähigkeit, das Augenlid auf der betroffenen Seite zu schließen. Bei einer peripheren Fazialislähmung kann zusätzlich die Stirn nicht gerunzelt werden. Eine Fazialislähmung kann sowohl durch eine Schädigung oder Quetschung des Nerven an sich als auch durch eine Schädigung im Gehirn (Schlaganfall, Entzündung etc.) entstehen. Sie bildet sich in der Regel gut zurück.

Fehlgeburt
Als Fehlgeburt bezeichnet man den ungewollten Verlust des Fetus vor der 22.-24. schwangerschaftswoche, also bevor eine Überlebenschance besteht. In der Regel wiegt der Fetus weniger als 500 Gramm. Im Gegensatz zur Totgeburt (wenn das Kind mehr als 500 Gramm wiegt) muss die Fehlgeburt nicht gemeldet werden. Eine Fehlgeburt kann viele Ursachen haben. Zu den häufigsten zählen Fehlbildungen des Fetus, Infektionen, Stress oder Gifte aus der Umwelt. Meist muss nach einer Fehlgeburt eine Ausschabung (siehe "Kürettage") durchgeführt werden, um verbliebene Plazentareste zu entfernen. Wegen der starken psychischen Belastung sollte Frauen nach einer Fehlgeburt immer eine psychologische Betreuung angeboten werden.

Feigwarze
Feigwarzen sind eine Hauterkrankung, welche durch ein Virus hervorgerufen wird und zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen zählt. Auslöser ist das Humane Papillomavirus, welches durch Geschlechtsverkehr (auch Oralverkehr) übertragen wird. Nach Wochen bis Monaten (oder auch Jahren) entstehen, meist im Genital- und Analbereich, kleine, juckende Warzen. Diese sind an sich nicht gefährlich, können jedoch sehr störend und schmerzhaft sein. Da sie außerdem hochgradig ansteckend sind, sollten sie immer entfernt werden. Dies kann z.B. durch eine Lasertherapie erreicht werden.
Sowohl Männer als auch Frauen können von Feigwarzen betroffen sein! Als anfällig gelten Personen mit einem schwachen Immunsystem. Neben Feigwarzen kann das Humane Papillomavirus auch zu Gebärmutterhalskrebs führen. Gegen bestimmte Untergruppen des Virus existiert ein Impfstoff.

Fersenbeinfraktur
Eine Fersenbeinfraktur ist der Bruch eines Fußknochens, der u.a. die Ferse bildet. Meist handelt es sich hierbei um einen Stauchungsbruch infolge extremer Belastung oder Fußbeugung, z.B. nach hartem Aufprall beim Springen. Typisch sind starke Schmerzen im gesamten Fuß, vor allem in der Ferse, sowie äußerlich das Bild eines "Plattfußes" mit einer verbreiterten Ferse. Eine Fersenbeinfraktur muss in der Regel chirurgisch versorgt werden.

Fersensporn
Als Fersensporn bezeichnet man einen dornartige verknöcherte Ausziehung an der Unterseite des Fersenbeins. Der Fersensporn entsteht am Sehnenansatz, ausgelöst durch eine Überbeanspruchung der Sehnen. Meist über längere Zeit unbemerkt, kann ein unbehandelter Fersensporn zu einer schmerzhaften Enzündung der Fußsohlenregion führen. Die therapeutischen Möglichkeiten umfassen neben akut schmerzlindernden Maßnahmen den Einsatz orthopädischer Einlagen, Krankengymnastik oder, in fortgeschrittenem Stadium, einen chirurgischen Eingriff, bei dem der verknöcherte Sporn am Fersenbein abgemeißelt wird.

Fettabsaugung
Die Fettabsaugung ist eine in der ästhetischen Chirurgie bewährte Methode, um unerwünschte Fettpolster zu entfernen und die Körperkontur zu verbessern. Sie kann in Vollnarkose oder örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Es ist wichtig, zu wissen, dass auch die Fettabsaugung mit erheblichen Komplikationen einher gehen kann. Die Kosten für einen solchen kosmetischen Eingriff werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen.

Fettleber
Als Fettleber bezeichnet man eine in Deutschland häufig vorkommende Lebererkrankung, bei der es zur vermehrten Einlagerung von Fett in die Leber kommt. Zu den häufigsten Ursachen zählen Überernährung, mangelnde Bewegung, Alkoholabusus, Medikamente und Umwelt- oder andere Gifte. Je nach Anteil des eingelagerten fettes kann es zunehmend zu einer eingeschränkten Funktion der Leber sowie zu einer begleitenden Entzündung kommen. Bei starken oder dauerhaften Entzündungen entwickelt sich in manchen Fällen eine Leberzirrhose (siehe "Leberzirrhose"). Eine Fettleber kann bisher nicht geheilt werden, durch eine Ernährungsumstellung, mehr Sport und eine insgesamt gesündere Lebensweise kann ihr Fortschreiten jedoch aufgehalten werden.

Fettleibigkeit
Die Fettleibigkeit bezeichnet eine Vermehrung von Fettgewebe im Körper, welche sowohl ernährungsbedingte als auch stoffwechselbedingte Ursachen haben kann. Mit Hilfe des "body mass index" kann der Grad einer Fettleibigkeit bestimmt werden. Wegen dem engen Zusammenhang zwischen Adipositas und Diabetes, Bluthochdruck, Arteriosklerose sowie Gelenkschäden sollte eine deutliche Fettleibigkeit immer therapiert werden. Die Therapien reichen von geeigneten Diäten über einen speziellen Sportplan bis hin zur medikamentösen Behandlung.

Fettsäure
Fettsäuren sind Stoffmoleküle, welche zur Gruppe der Lipide gehören. Als essentielle Fettsäuren bezeichnet man solche, die der Körper nicht selbst herstellen kann und die ihm daher zugeführt werden müssen. Weiterhin unterscheidet man gesättigte und ungesättigte Fettsäuren. Alle essentiellen Fettsäuren sind ungesättigt, weshalb diese als gesünder gelten. Ungesättigte Fettsäuren kommen vor allem in Fisch und Pflanzenölen vor. Fettsäuren werden im Körper in Form von Triglyceriden gespeichert.

Fettstuhl
Der Fettstuhl, in der Medizin auch als Steatorrhö bezeichnet, ist Stuhl mit stark erhöhtem Fettgehalt. Er tritt meist im Rahmen eines Malabsorptionssyndroms auf und ist charakterisiert durch schaumiges, voluminöses Aussehen und sehr unangenehmen Geruch. Steatorrhö ist ein Hinweis auf Störungen der Gallenblase, der Bauchspeicheldrüse oder der Dünndarmresorption (z.B. im Rahmen einer Zöliakie).

Fetus
Als Fetus oder Fötus wird der menschliche Embryo nach Ausbildung der inneren Organe ab der neunten Schwangerschaftswoche bezeichnet. Zu den typischen Merkmalen zählen der fetale Blutkreislauf und nicht entfaltete Lungen. Die körperliche Entwicklung ist mit Eintritt in das fetale Stadium bereits so gut wie fertig, das Kind benötigt ab jetzt nur noch Wachstum und Reife. Da der Blutkreislauf jedoch bis zur Geburt mit dem der Mutter verbunden bleibt, können schädigende Stoffe (Nikotin, Alkohol, Umweltgifte) während der gesamten Schwangerschaft die Entwicklung des Kindes negativ beeinflussen.

Fibrat
Fibrate sind Medikamente, die in der Medizin als Cholesterinsenker angewandt werden. Sie bewirken einen Abbau des LDL-Cholesterins, das in höherer Konzentration schädlich ist, und eine Erhöhung des "guten" HDL-Cholesterins. Eine bekannte Nebenwirkung der Fibrate liegt in einem erhöhten Risiko für Gallensteinbildung.

Fibrinkleber
Fibrinkleber ist ein biologischer Klebstoff, der vor allem in der Medizin angewandt wird. Mit ihm können kleiner Wunden (z.B. Platzwunden) ohne Naht verschlossen, Nähte in problematischen Bereichen verstärkt und Blutungen gestillt werden. Besonders bei Kindern wird der Fibrinkleber oft statt Nähten verwendet, da das Verfahren schonender und schmerzfreier ist als zu nähen. Besonders bei Wunden im Gesicht sollte jedoch kein Fibrinkleber verwendet werden, da auf Grund der mimischen Muskeln das Risiko sehr hoch ist, dass sich die Wunde erneut öffnet.

Fibrom, hartes
Das harte Fibrom ist ein knotenartiges, faserreiches Geschwulst. Es ist gutartig und tritt vor allem an den Beinen auf. Manchmal entsteht ein hartes Fibrom reaktiv z.B. nach einem Insektenstich. Fibrome haben keinen Krankheitswert, können jedoch als kosmetisch störend empfunden werden. Sie können durch einen entsprechend geschulten Arzt (z. B. Hautarzt, Chirurg, Gefäßchirurg) problemlos entfernt werden.

Fibrom, weiches
Das weiche Fibrom ist ein gutartiges Geschwulst, das zellreich und faserarm ist und aus locker maschenartig angeordneten Fasern besteht. Es ist recht häufig und kann am ganzen Körper auftreten. Fibrome haben keinen Krankheitswert und sind höchstens kosmetisch störend. Sie können dann von einem entsprechend geschulten Arzt (z. B. Hautarzt, Chirurg, Gefäßchirurg) problemlos entfernt werden.

Fibromyalgie
Die Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, bei der es zu starken Schmerzen im ganzen Körper, Erschöpfung und Schwäche kommt. Sie kann sehr plötzlich auftreten und verläuft in der Regel schubförmig. Knochen oder Organe werden bei dieser Erkrankung nicht geschädigt. Die Ursache der Fibromyalgie ist bisher ungeklärt, psychische Faktoren scheinen jedoch einen starken Einfluss zu haben. Betroffen sind vor allem Frauen ab dem 35. Lebensjahr. Eine heilende medikamentöse Therapie existiert bisher nicht, wegen der nur kurzen Wirksamkeit und der Gefahr der Abhängigkeit raten viele Ärzte von einer medikamentösen Schmerztherapie ab. Psychotherapie erzielt in vielen Fällen eine deutliche Besserung der Symptome.

Fibrose
Eine Fibrose ist eine krankhafte Vermehrung von Bindegewebe. Sie betrifft häufig Organe und kann letztendlich zu Organversagen führen. Eine Fibrose kann unterschiedlichste Ursachen haben, z.B. Allergien oder Autoimmunreaktionen bei Lungenfibrose. Häufig ist die Ursache jedoch unklar. Bei schweren Fibrosen kann letztendlich eine Organtransplantation nötig werden.

Fieber unklarer Genese
Als Fieber unklarer Genese („fever of unknown origin“, FUO) definiert man ein mehrfach gemessenes Fieber ab 38,0°C, das mehr als 3 Wochen andauert und dessen Ursache trotz intensiver stationärer Abklärung ungeklärt bleibt. Oft handelt es sich bei diesen Fieberepisoden um unerkannte Infektionen oder bestimmte Autoimmunerkrankungen. Da langzeitiges Fieber gesundheitsschädigend sein kann, sollte immer eine rasche und gründliche Abklärung erfolgen.

Fieberkrampf
Wenn Kinder unter hohem Fieber leiden, kann es leicht zu einem Fieberkrampf kommen. Das bedeutet, dass es aufgrund des hohen Fiebers zu einem Krampfanfall des Gehirns kommen kann. Meist bleibt ein solcher Fieberkrampf ein einmaliges Ereignis und bedeutet nicht, dass das Kind nun an Epilepsie erkrankt ist. Dennoch sollte ein Arzt aufgesucht werden. Kommt es zu häufigeren Krämpfen, dann muss ein Spezialist hinzugezogen werden.

Filariose
Eine Filariose ist eine parasitäre Infektion durch Fadenwürmer. Bekannt sind vor allem die Trichinose (siehe "Trichinose") und die Flussblindheit (siehe "Flussblindheit"). Besonders von Filariosen betroffen sind vor allem die Entwicklungsländer.

Filzlaus
Die Filzlaus ist ein Parasit, welcher ausschließlich den Menschen befällt, wobei sie hauptsächlich im Schamhaar und den Augenbrauen vorkommt. Sie verursacht Juckreiz und kann im weitesten Sinne auch als "sexuell übertragbare Erkrankung" gelten, da sie ausschließlich bei engem Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen wird. Sie kann mit verschiedenen Shampoos und Lösungen vernichtet werden, ergänzend ist eine Rasur (zumindest im Schamhaarbereich) sinnvoll.

Fingerreplantation
Kommt es durch einen Unfall (z.B. durch eine Kreissäge, Rasenmäher o.ä.) zu einer Abtrennung eines oder mehrerer Finger, dann kann in einem handchirurgischen Zentrum eine Fingerreplantation erfolgen. Hierbei müssen Sehnen, Nerven und Gefäße genäht, die Knochen fixiert und die Wundränder adaptiert und vernäht werden. Ob eine solche Operation erfolgreich ist, hängt sowohl von der Zeit ab, die zwischen Unfall und Operation vergangen ist, sowie von der Art des Unfalls und weiteren Faktoren (Alter, Nebenerkrankungen, Rauchen etc.). Sind mehrere Finger abgetrennt, so sollten zumindest der Daumen und der Zeigefinger erhalten werden, um das Greifen weiterhin zu ermöglichen.

Fixateur externe
Der Fixateur externe ist eine Haltekonstruktion, die bei komplizierten Erkrankungen oder Verletzungen des Skelettsystems Verwendung findet. Über metallene Streben und Schrauben wird an der zu behandelnden Stelle sozusagen ein „Ersatzskelett“ von außen geschaffen, welches in der Zeit, die der Knochen zur Heilung benötigt, für ausreichende Stabilität sorgt. Auch bei der Korrektur zu kurzer Knochen oder Gliedmaßen kann ein Fixateur externe sehr wirksam sein, wobei er den zu kurzen Knochen langsam zieht und so verlängert. Der Vorteil eines Fixateur externe besteht vor allem in der sofortigen Belastbarkeit, so dass lange Liegezeiten vermieden werden können. Außerdem kann er in vielen Fällen lange und komplizierte Operationen ersetzen.

Flachwarze
Die Flachwarze wird durch das Humane Papillomavirus ausgelöst. Sie zeigt sich als flache, verhornte Hautveränderung, die überall am Körper entstehen kann. Wie die Dornwarze, kann auch die Flachwarze in der Mitte sichtbare dunkle Blutgefäße besitzen. Flachwarzen haben eine Blutungsneigung und können schmerzhaft werden. In der Regel können sie von Hautärzten gut behandelt und entfernt werden.

Fleckfieber
Das Fleckfieber ist eine heutzutage selten gewordene Erkrankung, die durch Rickettsien hervorgerufen und durch Läuse übertragen wird. Nach dem Befall mit infizierten Läusen kommt es zu Fieber, Ausschlag, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und Bewusstseinsstörungen. Besonders bei schlechten Hygieneverhältnissen, wo das Risiko eines Lausbefalls erhöht ist, kann das Fleckfieber eine Komplikation des Lausbefalls darstellen. Fleckfieber kann mit Antibiotika gut behandelt werden.

Flexibilitas cerea
Die Felxibilitas cerea ist ein Phänomen, welches oft bei Katatonie, einer Form der Schizophrenie, auftritt. Die Gliedmaßen sind starr, aber biegsam. Bewegt man den Arm eines Patienten in eine bestimmte Haltung, so kann er stundenlang in dieser verharren. Die Patienten sind jedoch nicht dazu fähig, sich selbst zu bewegen. Flexibilitas cerea deutet immer auf eine schwere psychische oder hirnorganische Erkrankung hin, die schnellstens behandelt werden sollte.

Flussblindheit
Die Onchozerkose oder Flussblindheit ist eine vorwiegend in den Tropen vorkommende parasitäre Infektion, die durch den Fadenwurm Onchocerca volvulus hervorgerufen wird. Die Parasiten werden von einer Mückenart übertragen und lagern sich im Gewebe der betroffenen Patienten ein, wo sie zu großen Tumoren, den sogenannten Onchozerkomen, in der Unterhaut führen. Die kleineren Parasiten durchströmen das Gewebe des gesamten Körpers und führen unter anderem in ca. 10% der Patienten zur Erblindung, der sogenannten Flussblindheit.

Follikulitis
Eine Follikulitis ist eine Entzündung des äußeren Haarbalgs. Ursächlich für diese Entzündung sind Bakterien, am häufigsten das Eiterbakterium Staphylococcus aureus. Follikulitiden treten besonders an Körperstellen auf, wo starke Körperbehaarung mit vermehrtem Schwitzen kombiniert ist (Leisten, Beine, etc.). Männer sind hiervon besonders betroffen. Eine stark entzündete Follikulitis kann sich zu einem Furunkel vergrößern, dies bedarf dann auf jeden Fall medizinischer Intervention.

Fontanelle
Fontanellen sind angeborene Lücken in der Schädeldecke, welche durch eine weiche Delle unter der Kopfhaut sichtbar werden und sich in der Regel bis zum zweiten Lebensjahr verschließen. Beim Neugeborenen lassen sich meist sechs Fontanellen ertasten, selten können auch mehr oder weniger Schädellücken vorhanden sein. Fontanellen sind wichtig, da sie dem Schädel ermöglichen, zu wachsen. Verschließen sie sich zu früh, dann kann dies in seltenen Fällen zu Komplikationen wie Kopfschmerzen oder Schädelverformungen führen. Ist die große Fontanelle auf dem Schädeldach eingesunken, dann kann dies auf Flüssigkeitsmangel hindeuten, ist sie prall gespannt, dann kann ein Wasserkopf vorliegen.

Forrest-Klassifikation
Die Forrest-Klassifikation ist ein medizinisches Maß zur Einteilung von Blutungen des oberen Gastrointestinaltrakts. Hierbei unterscheidet man die akute Blutung (Forrest 1a und b), die Zeichen einer stattgehabten Blutung (Forrest 2a-c) und die Läsonen ohne Blutungsaktivität (Forrest 3). Nach der Einteilung der Blutung richtet sich häufig auch die anschließende Therapie.

Fragiles-X-Syndrom
Das fragile-X-Syndrom ist eine genetische Erkrankung, welche durch eine Veränderung auf dem Chromosom X entsteht. Das Leitsymptom ist eine Intelligenzminderung, welche jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Zusätzlich leiden manche der Patienten an Epilepsie oder Autismus. Auch bestimmte Gesichtsveränderungen wie abstehende Ohren, eine vorspringende Stirn und ein schmales Gesicht können auftreten. Da das fragile-X-Syndrom einen sehr komplizierten Erbgang hat, kann es häufig in bisher völlig unbelasteten Familien auftreten. Bei Kindern mit Lernproblemen oder eindeutiger Intelligenzminderung sollte daher untersucht werden, ob dieses Syndrom die Ursache sein könnte.

Fremdkörperaspiration
Eine Fremdkörperaspiration ist das versehentliche Einatmen eines Fremdkörpers, der so in die Atemwege gelangen kann. Diese können dadurch verlegt werden, was zu Luftnot und Erstickungsangst führt. Während Flüssigkeiten und Speisereste in der Regel sofort reflexartig abgehustet werden können, bleiben größere Fremdkörper oft stecken und können nur noch durch medizinisches Personal entfernt werden. Fremdkörperaspirationen treten vermehrt auf bei Patienten mit Bewusstseinstrübung, kleinen Kindern, alten Menschen oder bei plötzlichem Erschrecken. Eine Fremdkörperaspiration kann eine Lungenentzündung auslösen, auf derartige Symptome sollte also vermehrt geachtet werden.

Friedreich-Ataxie
Die Friedreich-Ataxie ist eine Erbkrankheit, bei der es zu Schäden des Zentralnervensystems kommt. Sie wird autosomal-rezessiv vererbt und beginnt meist zwischen dem 6. und 14. Lebensjahr. Die Krankheit schreitet in der Regel kontinuierlich fort, durch bestimmte Medikamente kann sie gebremst werden. Neben der Stand- und Gangunsicherheit, die bei dieser Erkrankung im Vordergrund steht und ihr ihren Namen gibt, kann es auch zu Seh-, Hör- und Sprachstörungen, zu Demenz und zu Schäden des Herzens und der Knochen kommen. Die Krankheit ist bisher nicht heilbar.

Frischplasma, gefrorenes
Gefrorenes Frischplasma ist ein Bestandteil des Blutes, welcher häufig bei Transfusionen verwendet wird. Es handelt sich hierbei um Blutplasma (siehe "Blutplasma"), welches direkt nach der Gewinnung eingefroren wurde. Dadurch kann es eingelagert werden und hält sich über Monate.

Fruchtsäurepeeling
Das Fruchtsäurepeeling ist eine Methode, welche in der Hautmedizin angewandt wird. Es hilft besonders gut bei Akne, Aknenarben sowie altersbedingten Hautverfärbungen. Durch den Hautarzt wird eine säurehaltige Paste auf das betroffene Hautareal aufgetragen und nach einigen Minuten wieder abgewaschen. Abgestorbene Hautschuppen werden so entfernt und die Neubildung der Haut angeregt. Für ein optimales Ergebnis muss ein Fruchtsäurepeeling mehrmals wiederholt werden. Während der Therapie kann es zu Nebenwirkungen wie Rötung, Brennen und Lichtempfindlichkeit der Haut kommen.

Fruchtwasser
Das Fruchtwasser ist eine nährstoffreiche Flüssigkeit, welche von der Eihaut der Fruchtblase während der Schwangerschaft produziert wird. Es ist gelblich-klar und dient als Nahrungsspeicher, mechanischer Schutz und Stoffaustauschmedium. Im Rahmen der Pränataldiagnostik kann Fruchtwasser entnommen werden, um die darin enthaltenen kindlichen Zellen auf genetische Anomalien zu untersuchen.

Fruchtwasseruntersuchung
Die Fruchtwasseruntersuchung ist eine Methode, die in der Frauenheilkunde als Teil der Pränataldiagnostik (siehe "Pränataldiagnostik") Verwendung findet. Hierbei wird über eine Nadel, die durch die Bauchdecke der Mutter eingeführt wird, etwas Fruchtwasser aus der Fruchtblase entnommen und mit verschiedenen Verfahren untersucht. Viele Fehlbildungen oder Krankheiten des ungeborenen Kindes können so erkannt werden. Da die Gefahr besteht, dass durch eine Fruchtwasserpunktion das Kind verletzt oder eine Fehleburt ausgelöst werden kann, sollte eine Fruchtwasseruntersuchung nur bei eindeutiger Indikation durchgeführt werden.

Früherkennung
Unter den Begriff der Früherkennung fallen alle medizinischen Untersuchungsverfahren, welche zum Ziel haben, den Ausbruch von Krankheiten möglichst zu vermeiden bzw. sie bereits in einem sehr frühen Stadium zu diagnostizieren, in dem eine sichere und risikoarme Heilung noch möglich ist. Zu den derzeit häufig durchgeführten Untersuchungen zählen die Brustkrebs-, Gebärmutterhalskrebs- und Darmkrebsprophylaxe. Früherkennungsuntersuchungen werden zum Teil von der Krankenkasse übernommen und haben in den letzten Jahren bereits die Rate vieler Krankheiten deutlich gesenkt.

Frühgeborenenretinopathie
Als Frühgeborenenretinopathie bezeichnet man eine Schädigung der Netzhaut, die vor allem bei frühgeborenen Babys auftritt. Ursache ist die noch unreife und unvollständig entwickelte Netzhaut, sowie die Beatmungspflichtigkeit der meisten Frühchen. Der erhöhte Druck, mit dem die Babys mit Sauerstoff beatmet werden, kann zu einer verstärkten Durchblutung der Netzhaut führen, was oft Gefäßrupturen und Einblutungen zur Folge hat. Im schlimmsten Fall kann dies zu Erblindung führen. Wird die Blutung jedoch rechtzeitig erkannt, dann stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung, um die Blutung zu stillen und den bleibenden Schaden zu minimieren.

Frühgeburt
Als Frühgeburt bezeichnet man eine Geburt dann, wenn sie vor der 37. Schwangerschaftswoche beginnt. Frühgeborene wiegen in der Rwegel weniger als 2.500 Gramm und können, je nach Schwangerschaftsalter bei Geburt, geringe bis schwerwiegende Schäden oder Probleme haben. Einige Kinder sind später auch körperlich oder geistig behindert. Häufig ist die Lungenreife der frühgeborenen Säuglinge noch nicht abgeschlossen, so dass sie für einige Zeit noch beatmet werden müssen und spezielle Medikamente benötigen. Durch neue Medikamente und Methoden haben heutzutage Frühgeborene ab der 24. Schwangerschaftswoche eine realistische Überlebenschance, die jedoch nach wie vor erheblich geringer ist als die Überlebensraten bei regelrechter Geburt. Säuglinge unter 500 Gramm Gewicht haben generell eine sehr geringe Überlebenswahrscheinlichkeit.

FSME
FSME ist eine Abkürzung für Frühsommer-Meningoenzephalitis und bezeichnet eine Hirnentzündung, die durch Zecken übertragen wird. Sie tritt vor allem in Süddeutschland, Österreich und Skandinavien im Sommer relativ häufig auf. Erreger ist das FSME-Virus, welches durch den Zeckenbiss auf den Menschen übertragen wird. 4-14 Tage nach der Übertragung kommt es zunächst zu grippeähnlichen Symptomen. Diese klingen für mehrere Tage ab, bevor es zu einem erneuten Fieberanstieg kommt. Die Infektion kann sowohl die Hirnhäute als auch das Gehirn selbst oder die Nervenbahnen betreffen und manchmal dauerhafte Schäden hinterlassen. Für Menschen in Risikogruppen (Tierärzte, Waldarbeiter) oder vor einem längeren Aufenthalt in einem gefährdeten Gebiet kann daher eine Impfung sinnvoll sein.

Fuchsbandwurm
Der Fuchsbandwurm gehört zur Gruppe der Bandwürmer und befällt vorwiegend Füchse, der Mensch ist als Zwischenwirt eigentlich nicht vorgesehen. Dennoch kommt es häufig zur Aufnahme von Bandwurmeiern, die von befallenen Tieren ausgeschieden werden und über Pilze oder Beeren in den Menschen gelangen. Innerhalb des menschlichen Körpers nisten sich die Larven in Lunge, Gehirn und vor allem in der Leber ein, wo sie zystenartige Strukturen bilden. Die dadurch hervorgerufene Erkrankung wird als alveoläre Echinokokkose bezeichnet und ist lebensbedrohlich. Sie kann jedoch in manchen Fällen medikamentös und chirurgisch therapiert und evtl. geheilt werden, sofern sie rechtzeitig bemerkt wird. Da sie jedoch häufig erst 10-20 Jahre nach Infektion Symptome zeigt, ist die Sterblichkeit nach wie vor sehr hoch.
Der Fuchsbandwurm ist in Deutschland vor allem im Süden weit verbreitet.

Fundoplicatio
Als Fundoplicatio bezeichnet man ein chirurgisches Verfahren, bei dem der Magen um die untere Speiseröhre gelegt und vernäht wird. Hierdurch entsteht eine Manschette, welche den Übergang zwischen Speiseöhre und Magen einengt. Dies kann sinnvoll sein, wenn ein Patient unter starkem, schlecht therapierbaren Sodbrennen leidet. Eine Fundoplicatio ist ein relativ risikoarmes Verfahren und kann heutzutage auch minimalinvasiv durchgeführt werden.

Furunkel
Ein Furunkel ist eine Entzündung einer Haarwurzel, welche überall am Körper entstehen kann und sehr schmerzhaft ist. Sie wird durch Bakterien ausgelöst. Durch diese kommt es am Haarbalg und in der unmittelbaren Umgebung zu Zelluntergang und Eiterbildung. Durchbricht der Eiter die Hautoberfläche, dann kann sich ein Furunkel entleeren und unter Nerbenbildung abheilen. Besonders gefährlich sind Furunkel im Gesichtsbereich wegen der unmittelbaren Blutverbindung zum Gehirn. Die Therapie eines Furunkels besteht in der chirurgischen Öffnung und einer Antibiotikatherapie.

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